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Text von Dienstag, 31. Dezember 2002


Soziales 2002: Kämpfen für Gerechtigkeit

Marburg * (FJH)
Kälter ist das Klima geworden im letzten Jahr; ein rauherer Wind weht überall. Einschnitte ins soziale Netz machen sich auch in Marburg bemerkbar. Geht es nach der Hartz-Kommission, dann soll das Arbeitsamt Marburg geschlossen werden. Aber selbst wenn dieser Plan nicht verwirklicht wird, haben zumindestens die Arbeitslosen im kommenden Jahr wohl nichts zu lachen. Dabei ist das Leben seit Einführung des TEuro doch Mehr Geld verlangt seit dem 15. Dezember auch die Deutsche Bahn AG (DBAG) von ihren Benutzern. Bahn-Vorstandschef Hartmut Mehdorn zeichnet sich aber nicht nur durch Kundenfeindliches Verhalten aus; die DBAG fiel auch durch ihre behindertenfeindliche Geschäftspolitik auf. So verzögert sich der rollstuhlgerechte Ausbau des Marburger Hauptbahnhofs immer weiter. Abend macht der Bahnhof alle Schotten dicht. Immer wieder haben Behinderte in Marburg gegen die Entscheidungen der DBAG-Spitze protestiert. Doch deren Boss Hartmut Mehdorn bleibt uneinsichtig.
Späte Einsicht bewies dagegen die Deutsche Blindenstudienanstalt (BliStA). Sie benannte ein Haus in der Biegenstraße nach ihrem Mitbegründer Alfred Bielschowsky. Dem Augenarzt war wegen seiner jüdischen Herkunft lange Zeit um die gebührende Anerkennung vorenthalten worden.
Gerechtigkeit forderten auch gut 80 Teilnehmerinnen und Teilnemer der Tagung "Arbeitsassistenz - Fortschritte, Rückschritte, ausweichschritte" am Freitag (22. November). Die Blinden verlangen die volle Übernahme der Kosten eineer Assistenzperson am Arbeitsplatz.
Das beeindruckendste Plädoyer für Gerechtigkeit in der Welt hat aber zweifelsfrei der Schweizer Ökonomieprofessor Jean Ziegler im Rahmen der ATTAC-Sommerakademie am Freitag (26. Juli) gehalten. Diese Großveranstaltung mit mehr als 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern macht Mut, für eine gerechtere Welt zu kämpfen.


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