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Text von Mittwoch, 5. Januar 2005

> p o l i t i k<
  
 Kurz innehalten: Schweigeminuten für die Flutopfer 
 Marburg * (fjh)
Im Gedenken an die Opfer der verheerenden Flutkatastrophe in Südostasien am Sonntag (26. Dezember) soll das öffentliche Leben am Mittwoch (5. Januar) für drei Minuten ruhen. Zu drei Schweigeminuten zwischen 12 und 12.03 Uhr hat die Kommission der Europäischen Union (EU) die Menschen in Europa aufgerufen.
Züge der Deutschen Bahn AG werden am Mittag eine Minute länger in den Bahnhöfen stehenbleiben. Flugzeuge werden ihren Start um drei Minuten verzögern. Rundfunk- und Fernsehprogramm werden für drei Minuten unterbrochen. Auch der Hessische Rundfunk (HR) beteiligt sich an dieser Aktion.
Auch in Marburg wird das Leben gegen Mittag einen MOment innehalten. Ohnehin beteiligen sich auch Stadt und Kreis an Hilfsaktionen für die Flutopfer. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf unterstützt ein Projekt der Hilfsorganisation Terra Tech in Indien. Stolze 30.000 Euro hat Landrat Robert Fischbach dafür aus übrig gebliebenen Haushaltsmitteln des Etats 2004 locker gemacht. 5.000 Euro möchte die Stadt Marburg spenden. Das war jedenfalls das Ergebnis einer spontanen Absprache zwischen Kommunalpolitikern am Montag (27. Dezember).
Eine offizielle Trauerfeier der Bundesregierung soll am Sonntag (9. Januar) im Berliner Dom stattfinden. Bundespräsident Prof. Horst Köhler und Bundeskanzler Gerhard Schröder werden an dem Ökumenischen Gottesdiennst ebenso teilnehmen wie das Bundeskabinett. Predigen werden der Mainzer Kardinal Karl Lehmann als Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz sowie der Berliner Landesbischof Wolfgang Huber als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Mittlerweile rechnen die Vereinten Nationen (UN) mit 200.000 todesopfern. In jedem Fall handelt es sich bei dem Tsunami nach einem Seebeben im Indischen Ozean um die schlimmste Naturkatastrophe seit Menschengedenken.
Seither kann man sich die biblische Sintflut vorstellen. Vielleicht war es ja ein Tsunami noch größeren Ausmaßes, vor dem Noah mit seiner Arche auf das Meer hinaus geflohen ist. Jedenfalls ist man bei derartigen Flutwellen auf hoher See noch am sichersten.
Am schlimmsten treffen Naturkatastrophen wie die Weihnachtsflut von Südostasien die armen Menschen in sogenannten "Entwicklungsländern". Sie haben weder das Geld für Frühwarnsysteme noch die Mittel für sofortige Rettunsaktionen größeren Ausmaßes. Zudem fehlt es dort schon im "normalen" alltag an der ausgebauten Infrastruktur.
Doch dafür hat uns die Flut gezeigt, dass die Deutschen nicht nur ihre 60 identifizierten Toten und mehr als 1.0000 vermissten Landsleute trauern. 70 Millionen Euro haben sie bisher für Hilfsprojekte gespendet. So liegt in der Katastrophe zugleich auch eine Chance: Vielleicht rücken die Menschen doch wieder enger zusammen und praktizieren auch dauerhaft Solidarität mit den Bedürftigen!
 
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