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Text von Dienstag, 4. Januar 2005

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 Not durch Flut: Kreis unterstützt Terra Tech 
 Marburg * (fjh/pm)
"Die durch die Flutwelle entstandene Not der Menschen in Südostasien verpflichtet uns alle, unseren Beitrag zur Hilfe und zum Wiederaufbau zu leisten, um für die Überlebenden wieder akzeptable Lebensverhältnisse herstellen zu können", sagte Landrat Robert Fischbach am Dienstag (3. Januar). Gleichzeitig machte er deutlich, dass der Landkreis Marburg-Biedenkopf beabsichtigt, aus eingesparten Budgetmitteln der Fachbereiche und der anderen Organisationseinheiten einen Betrag von 30.000 Euro der im Kreis vertretenen Organisation Terra Tech für ein Projekt in Indien zur Verfügung zu stellen.
In einer Besprechung mit den Leitern der Organisationseinheiten war der Landrat am Dienstagvormittag zu diesem Ergebnis gekommen. Der Haushalt 2005 werde dadurch nicht belastet, stellte Fischbach fest. Am Donnerstag (6. Januar) wi ll der Landrat dieses Vorhaben noch mit den Fraktionsvorsitzenden im Kreistag besprechen.
Das Projekt von Terra Tech sieht vor, in zwei von der verheerenden Katastrophe heimgesuchten Dörfern südlich von Chennai (Madras) zu helfen. Mehrere hundert Menschen sind gestorben. Tausende sind obdachlos und haben alles verloren. Die Menschen schlafen in Notunterkünften in Schulen, Kirchen, Tempeln und bei befreundeten Familien oder teilweise auch in schnell aufgebauten Lagern.
Für die Menschen in den Dörfern Vettuvankeny und Chinnandi Kuppam, die durch die Tsunami-Katastrophe am Sonntag (26. Dezember) komplett zerstört wurden, soll Terra Tech Hilfe leisten. Es geht in einem ersten Schritt um 5.000 Menschen, um 900 Familien.
Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern erläuterte dazu, dass hier konkrete Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werde. Es gehe nicht nur darum, die erste Not zu lindern, sondern durch den Kauf von Fischerbooten und Fischernetzen den Menschen vor Ort wieder eine Perspektive zu geben.
"Den Betroffenen wieder die gewohnte Arbeit zu ermöglichen und mit der Hilfe zur Selbsthilfe langfristig zu helfen, ist sicherlich eine sehr gute Maßnahme", sagte McGovern. Darin sieht auch Fischbach die Stärke dieses konkreten Projekts.
Vorab sollten jedoch auch Kocher, Koch- und Essgeschirr sowie insbesondere eine Wasseraufbereitungsanlage beschafft werden. Sauberes Trinkwasser ist schließlich die Grundvoraussetzung für das Leben in den Dörfern.
Nach Auskunft von Terra Tech sind besonders Kinder, alte, kranke und behinderte Menschen in Not. Außerdem betrifft die Katastrophe viele Frauen, die in der Flut ihre Partner verloren haben.
Terra Tech bittet um Spenden, die direkt an die betroffenen Menschen in den Fischerdörfern bei Madras weitergehen sollen. Auf dem Neujahrsempfang des Kreises am Freitag (7. Januar) sollen Überweisungsträger zur Verfügung gestellt werden, auf denen das Spendenkonto von Terra Tech genannt wird.
 
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