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Text von Mittwoch, 5. July 2006

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 Ein Lied: Fußball, Fahnen und die Nation 
 Marburg * (fjh/pm)
Gegen eine Broschüre der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zum Thema "Nationalismus" wettert die Junge Union (jU). Sie kündigte eine Diskussion darüber bei der Stadtverordnetenversammlung am Freitag (14. Juli) an.
"Die Welt zu Gast bei Freunden" lautete das Motto der Fußball-Weltmeisterschaft, dem das Gastgeberland Deutschland in jeder Hinsicht gerecht geworden sei. Die deutsche Mannschaft ist ausgeschieden. Trotzdem lägen sich deren Anhänger in den Armen und feierten friedlich ihre Mannschaft, beobachtete Philipp Stompfe. Der kulturpolitische Sprecher der Marburger CDU hofft auf eine Fortdauer dieser Stimmung: "Die Fahnen an den Autos bleiben auch jetzt sichtbar und symbolisieren die Verbundenheit mit einem Land. Viele Menschen freuen sich, dass die Deutschen scheinbar wieder eine normale Beziehung zu ihrem Land haben und sich so verhalten wie alle anderen Länder der Welt."
Völlig inakzeptabel dagegen findet Stompfe in diesem Zusammenhang die jüngsten Aufforderungen der GEW, sich von dem Nationalbewusstsein der Deutschen zu distanzieren: "Die aktuelle Hymne ist historisch belastet und passt nicht zu unserem Land", erklärte der hessische GEW-Landesvorsitzende Jochen Nagel.
"Wir als Marburger CDU fordern eine umgehende Distanzierung der Stadtverordnetenversammlung im Bezug auf derartige Äußerungen und erwarten eine entsprechende Entschuldigung der GEW", postulierte der 22-jährige Jura-Student.
Doch der "historische Irrglauben" der GEW nehme kein Ende. So wurden in ihrem Namen Broschüren mit "Argumenten gegen das Deutschland-Lied" an deutschen Schulen verteilt, um die ausgelassenen Emotionen zu unterdrücken. In dieser Broschüre wird von einem "furchtbaren Loblied auf Deutschland" gesprochen und zum Widerstand gegen das "gefährliche Nationalgefühl" auf deutschen Straßen aufgerufen.
"Die Funktionäre der GEW sollten wissen, dass gerade in einer Demokratie Grundsätze wie Toleranz, Freiheit und Einigkeit nötig sind, welche sich im Lied der Deutschen widerspiegeln", meinte Stompfe.
Es sei peinlich, dass gerade die GEW die deutsche Geschichte nicht zu kennen scheine, sondern auf niveaulose Art und Weise versuche, den friedlichen und aus dem Inneren des Volkes entstandenen gesunden Patriotismus im eigenen Land zu zerstören, kritisierte Florian Sauer. Der 20-jährige ist jüngster Stadtverordneter und Pressesprecher der Jungen Union aus Marburg.
Von einem "Griff in die Mottenkiste" sprach CDU-Kultusministerin Karin Wolff und empfahl den GEW-Funktionären eine "Fortbildung zur Entstehung und Bedeutung der Nationalhymne". Dass auch die CDU-Politiker hier noch Nachholbedarf haben, belegt die Presseerklärung von Florian Sauer.
 
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