Text von Sonntag, 4. Dezember 2005
| Advent, es brennt: Mahnwache feierte Fünfjähriges | ||
| Marburg * (fjh)
Ihr fünfjähriges Bestehen hat die Mahnwache für Frieden und Abrüstung, gegen Feindbilder und Gewalt am Samstag (3. Dezember) gefeiert. Seit dem Advent 2000 stehen die Friedens-Aktiven jeden Samstag mit ihren Transparenten an der Augustinertreppe. Damit ist die Mahnwache die kontinuierlichste Protestaktion Marburgs. Entstanden ist die Mahnwache auf eine Anregung des Arbeitskreises "Frieden" der Evangelischen Kirchengemeinde Marburg-Cappel hin. Schnell gesellten sich weitere Menschen unterschiedlichster Herkunft hinzu. Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter gehören ebenso dazu wie Menschen aus Sozial-, Umwelt- und Bürgerrechtsgruppen. Sie alle eint das Engagement für Frieden und abrüstung. Wiederholt hat die Mahnwache zwischenzeitlich auch größere Diskussions- und Informationsveranstaltungen organisiert. Ein Schwerpunkt war dabei die besondere Benachteiligung von Frauen durch gezielte sexuelle Gewalt bei Kriegen und ethnischen Konflikten. Ihre schwerste Zerreissprobe hat die Mahnwache im Herbst 2005 erlebt. Aktionen gegen das geplante Großbordell im Marburger Norden waren innerhalb der Aktiven umstritten. Einzelnen ging dabei die Definition von Gewalt und Krieg etwas zu weit. Bei ihrem Geburtstagstreffen am Samstagnachmittag haben knapp 20 Aktive diese Problematik jedoch ausführlich diskutiert. Das Ergebnis waren nicht nur tiefschürfende Debatten über Prostitution, sexuelle Gewalt und die Verbindungen zwischen der Organisierten Kriminalität und verschiedenen Kriegsparteien. Einig waren sich alle Anwesenden auch in dem Wunsch, die Mahnwache fortzusetzen. Bis Mitte Februar 2006 wollen die Friedensfreunde weiterhin jeden Samstag von 11.30 bis 12.30 Uhr an der Augustinertreppe stehen. Danach wollen die stummen Demonstranten weitersehen. Mit mehr als 20 Aktiven ist das personelle Fundament der Mahnwache aber nach wie vor ausreichend. Dennoch ist jeder willkommen, der sich den Zielen der Mahnwache anschließen möchte. Friedliche Zeitgenossen können sich ohne Voranmeldung einfach zu der Gruppe um Ingeborg Hauschild-Schön hinzustellen. Gerade angesichts der Entführung von Susanne Osthoff im Irak ist das Eintreten für Frieden und gegen Gewalt aktueller denn je. | ||
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