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Text von Montag, 7. Juni 2004

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 Maus-Mann im KFZ: Christophs Experimente für Kids 
 Marburg * (muh)
"Kann Knete schwimmen?" Fragen wie diese spalten den bis auf den letzten Stuhl gefüllten Saal in zwei Lager. "Jaaaaaa", rufen die einen. "Neeeiiiinnn", schreien die anderen. Der Fragesteller mit dem türkis-grünen Pullover schlichtet: "Kommt ganz darauf an." Das stimmt auch, denn ein Knetklumpen geht im Wasser unter, während eine Knetschale sehr wohl schwimmt.
Hundert Kinderköpfe strecken sich, um zu sehen, was wohl beim nächsten Versuch passiert. Der Versuchsleiter ist ihnen natürlich bekannt - es ist Christoph aus der "Sendung mit der Maus"!
Gleich zweimal standen am Sonntag (6. Juni) "Christophs Experimente" auf dem Kinderprogramm des Kulturladens KFZ. Für Erwachsene sollte abends noch das KFZ-"Werkstattgespräch" folgen.
Mit seinen Live-Experimenten wirbt Christoph, der mit Nachnamen Biemann heißt, für sein gleichnamiges Kinderbuch. Der tapsbärige Kölner benötigte erstaunlich wenig, um die Kleinen zu bannen: einen Eimer, diverse Haushaltsutensilien, einige mit Wasser gefüllte Behältnisse und zwei kleine Holztische, auf denen alles steht. Und dahinter der Christoph!
Seine größtenteils physikalischen Experimente riefen immer wieder erstauntes Gelächter hervor. Denn so simpel Christophs Versuche waren, so verblüffend waren sie. Ob es das kleine Blatt Papier war, welches das Wasser von allein im umgedrehten Glas hielt oder das Ei, das von selbst in eine Milchflasche kroch - bei Christophs Luftdruck-Versuchen standen sowohl den Kindern wie auch den Eltern der Mund offen. Selbst während des längeren Vorlesens eines "Gedankenexperiments" ging die Aufmerksamkeit nicht flöten.
Die Faszination, die von diesem Mann auf Kinder ausgeht, ist faszinierend. Wahrscheinlich, weil der Faszinator selbst kindlich fasziniert ist.
Es gibt inzwischen wohl kaum ein anderes TV-Gesicht, das so lange und kontinuierlich auf der Mattscheibe präsent ist, wie Biemann. Für die Kleinen ist er ein Star. Doch so tritt er ganz und gar nicht auf. Nie spielt er sich in den Vordergrund, ist vielmehr sehr zurückhaltend. Diese leichte, mit Neugier gepaarte Unsicherheit, diese weiche Stimme, und dann noch der grüne Pullover - alles an Christoph schafft für die Kinder Vertrauen. Und Vertrauen ist wichtig. Spätestens, wenn ein Experiment mal in die Hose geht. Aber das geht ja gar nicht, wie Christoph weiß. Jedes Experiment ist geglückt, denn wenn eines schiefläuft, muss man ja wieder darüber nachdenken, warum. Nach 45 Minuten sprangen lauter kleine Wissenschaftler aus dem KFZ. Und Christophs Bücher waren ausverkauft.
 
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