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Text von Mittwoch, 23. Januar 2002


Möglich machen: Kulturfonds prämierte Projekte

Marburg * (FJH)
Nicht kleckern, sondern klotzen! Nach dieser Devise verfährt die Jury des Marburger Kulturfonds. Ihr Ziel ist - so Bürgermeister Egon Vaupel - "Projekte möglich zu machen, die schon immer gewünscht, aber nicht finanzierbar waren."
Bei einer Pressekonferenz im historischen Rathaus stellte die Jury unter Vorsitz des Kulturamtsleiters Dr. Richard Laufner am Mittwoch (23. Januar) die sieben Initiativen vor, die im Jahr 2002 mit insgesamt 38.000 Euro gefördert werden. In den Bereichen Musik, Theater, Literaturlesungen, Kunstausstellungen und Installationen können dank der Mittel des Kulturfonds "innovative" und "herausragende" Vorhaben verwirklicht werden.
Die größte Summe - insgesamt 10.00 Euro - erhält der Kulturladen KFZ für das Weltmusik-Festival "Musik der Welten". Es soll von Juni bis August im Anschluss an den Auftritt der südafrikanischen Sängerin Miria Maceba stattfinde, die auf der Marburger Schlossparkbühne den "Mittelhessischen Kultursommer" 2002 eröffnet.
Mit 7.500 Euro möchte Mediakontakt Laumer während der Frankfurter Buchmesse Anfang Oktober ein "Marburger Krimi-Festival" durchführen. Lesungen prominenter Autorinnen und Autoren sollen Kinovorführungen und Stadtführungen zu kriminogenen Orten wie der Pathologie ergänzen.
Mit einer Förderung von 6.000 Euro möchte die Deutsche Blindenstudienanstalt (BliStA) im November das internationale Blinden-Theaterfestival "Punkt-Spiele" durchführen.
5.000 Euro erhält Stephanie Bachmann für ihr Ausstellungs- und Performanceprojekt "Watching Views". Im Frühjahr möchte die Künstlerin an verschiedenen Orten im Stadtgebiet Videokameras aufstellen, deren Bild dann "in gebrochener Darstellung" auf Monitoren dargestellt wird.
Die Erarbeitung und Aufführung des Theaterstücks "Elisabeth - Geschichte eines radikalen Menschen" bezuschusst der Kulturfonds mit 4.000 Euro. Im Sommer möchte das Theater Gegenstand das eigens hierfür erarbeitete Historien-Stück uraufführen. Neben der Waggonhalle sollen auch verschiedene historische Wirkunsstätten der Heiligen Elisabeth in die Aufführung einbezogen werden.
Für seine Päsentation "Ausgerechnet Kinderbücher" von Kinderbuchillustrationen seit 1968 gehen 3.000 Euro an den Kunstverein und das Marburger Literatur-forum.
Den geringsten Betrag von nur 2.500 Euro hat die Jury dem Oper-Musical "Marburger Zeche" bewilligt. Das Gemeinschaftsprojekt des Bach-Chors, des Studenten-Symphonie-Orchesters (SSO) und des Hessischen Landestheaters (HLT) soll aber auch erst im Jahr 2003 in Marburg uraufgeführt werden. Bis dahin erarbeiten zwei russische Künstler in Moskau die Komposition und das Libretto über das Wirken von Lomonossow und Pasternak in Marburg.
Von den insgesamt 16 eingereichten Bewerbungen um den Marburger Kulturfonds gehen aber nur sechs leer aus. Aus Mitteln der allgemeinen Kulturförderung werden eine Aufführung der X. Symphonie von Ludwig van Beethooven mit 1.000 Euro und Jean Klebs "Kultur zum Mitmachen" 500 Euro erhalten. Das Projekt "Fundorte" über historische Frauenpersönlichkeiten in Marburg wird mit 7.500 Euro aus dem Etat "Ausstellungen" gefördert.
Zur Unterstützung snun einer Arbeit hat der Kulturfonds einen Elfköpfigen Beirat von Vertretern aus Kultur, Wirtschaft und wissenschaft berufen. Ein eigenes Logo wird künftig die geförderten Aktivitäten kennzeichnen. Dank der Unterstützung soll jedes einzelne Vorhaben ein "Highlight" werden. Vaupel hofft, mit einigen an die Erfolge des Vorjahrs - beispielsweise der Dauer-Lesung von Walter Kempofskis "Echolot" und des EUCREA-Festivals - anknüpfen zu können. Man darf gespannt sein.


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