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Text von Mittwoch, 20. Juni 2007

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 Wegdämmerei: Preis für Marburger Biologen 
 Marburg * (fjh/pm)
Um die Qualität der Lehre als zentrales Kriterium für Spitzen-Hochschulen zu etablieren, vergibt das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst am Freitag (22. Juni) erstmals Preise für herausragende und innovative Leistungen im Bereich Lehre, Prüfung, Beratung und Betreuung an hessischen Hochschulen. Dabei haben Marburger Wissenschaftler weit überdurchschnittlich gut abgeschnitten.
Der mit 80.000 Euro verbundene erste Preis geht an Dr. Stefan Imhof , Dr. Ilona Leyer und Dr. Anja Wasilewski vom Fachbereich Biologie der Philipps-Universität für die Entwicklung eines komplementären Lehrangebots in den Fachgebieten Spezielle Botanik, Spezielle Zoologie und Naturschutz-Biologie. Dazu gehört unter anderem auch die Entðwicklung eines sehr gelungenen Botanik-Quiz.
Der Botaniker Imhof (42) und die im Naturschutz arbeitende Leyer (38) sind wissenschaftliche Assistenten am Fachbereich Biologie. Bereits im Jahr 2005 haben sie den Preis für die beste Lehre an ihrem Fachbereich bekommen. Im Jahr 2006 folgte ihnen als Preisträgerin die Zoologin Wasilewski (37).
Alle drei schreiben derzeit ihre Habilitationsarbeit. Sie sind überzeugt: "Gute Lehre ist ohne Forschung nicht möglich, denn sie setzt fundiertes Wissen voraus."
Nur so könne man begeisternd und begeisterungsfähig Inhalte an Studierende transportieren. Lehre sei ihr sehr wichtig, sagt Leyer. Deshalb fordert sie ein anonymes Feedback von ihren Studierenden ein und gibt zu jeder ihrer Lehrveranstaltungen Evaluationsbögen aus.
"Meine Veranstaltung "Statistik in Ökologie" habe ich mittlerweile so interessant machen können, dass sie nun als Lehrbuch erscheint", berichtet die Naturschutz-Biologin.
Auch Imhof hat neue Wege beim Lehren beschritten: "Das Botanik-Wissen aus den Exkursionen können meine Studierenden im Internet-Quiz nachspielen. Der Lernerfolg ist seitdem umso nachhaltiger", erklärt der überzeugte Internet-Anhänger, der seine Studierenden auch selbst zur Gestaltung von Websites anhält.
Wasilewski dagegen hat sich mit der Konzeption der neuen Studiengänge in Biologie profiliert: "Für den Lehramts-Studiengang habe ich Biologielehrer und Referendare zur Pädagogik und Fachdidaktik befragt. Die Ergebnisse sind in die Studien-Inhalte eingeflossen", erläutert die Zoologin.
Zusätzlich zum ersten Preis geht einer der vier Anerkennungspreise von je 20.000 Euro an Prof. Dr. Thorsten Bonacker vom Marburger Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung. In seiner Konzeption des Master-Studiengangs Friedens- und Konfliktðforschung werde Sozialkompetenz und Forschung, Lehre und Praxis
in interessantem Rollenspiel durch einen Juniorprofessor umgesetzt, lobte die Jury.
"Der Master-Studiengang basiert auf einem innovativen Lehrkonzept, das sowohl analytische als auch praktische Fähigkeiten in der Friedens- und Konfliktforschung vermittelt. Wir möchten fachliche Qualifikationen und soft skills integrativ vermitteln", erklärt Bonacker sein Ziel.
Mit einer maximalen Fördersumme von 375.000 Euro ist der hessische Preis "Exzellenz in der Lehre" die höchstdotierte Ehrung dieser Art in Deutschland. Für die künftig jährlich zu verleihende Auszeichnung hat der hessische Wissenschaftsminister Udo Corts Preisgelder von 250.000 Euro zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen weitere 125.000
Euro von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.
"Damit ist es gelungen, ein deutliches Zeichen zu setzen, um die Qualität der Lehre als zentrales Kriterium für Spitzen-Hochschulen zu etablieren und als strategisches Ziel des Qualitätsmanagements zu profilieren", sagte Corts.
Im Wettbewerb um hervorragende Hochschullehre hatten 47 Bewerber Anträge eingereicht. Den zweiten Preis mit 60.000 Euro erhalten Erziehungswissenschaftler der Universität Kassel, den dritten Preis in Höhe von 40.000 Euro Ingenieure der Fachhochschule Wiesbaden. Mit jeweils 30.000 Euro hat die Jury zudem zwei Einzelpersonen der Universität Gießen und eine der Hochschule Darmstadt ausgezeichnet.
 
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