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Text von Dienstag, 1. Mai 2007

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 Uni-Aktion: Boykott der Studiengebühren 
 Marburg * (atn/pm)
Über einen Studiengebühren-Boykott wollen Marburgs Studierende bei ihrer Vollversammlung am Donnerstag (10. Mai) um 18 Uhr im Auditorium Maximum entscheiden. Für sie ist der Boykott neben der Verfassungsklage eine der letzten Möglichkeiten, das Gesetz zur Einführung allgemeiner Studiengebühren zu verhindern.
Der geplante Boykott von Studiengebühren soll hessenweit durchgeführt werden. Geplant ist, dass die 500 Euro Studiengebühren nicht an die Universität, sondern an ein Treuhandkonto überwiesen werden. Dieses Konto wird von einem Anwalt verwaltet.
Nimmt eine genügend große Anzahl von Studierenden am Boykott teil, dann wird mit der Hochschulleitung um die Aussetzung der Gebührenpflicht verhandelt. Wie viele Studierende es genau sein müssen wird auf der Vollversammlung beschlossen. Wird die festgelegte Zahl nicht erreicht, so wird das Geld fristgerecht an die Hochschule überwiesen. Dabei ist es jederzeit möglich, aus dem Boykott auszusteigen und sein Geld vom Treuhandkonto zurück zu erhalten.
"Das Verfahren des Boykotts bietet den Studierenden bei größtmöglicher Sicherheit die Möglichkeit, die praktische Umsetzung des verfassungswidrigen Gesetzes zu verhindern", erklärte Oliver Kienberg vom Arbeitskreis Gebührenboykott Marburg.
Julia Flechtner vom Vorstand der Fachschaftenkonferenz fügte hinzu: "Dennoch stellen wir uns darauf ein, dass seitens des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und eventuell auch seitens der Hochschule gedroht wird, dass jeder der boykottiert, exmatrikuliert wird."
Die Unterstützer des Boykotts sehen darin lediglich einen Versuch, die Studierenden vom Boykott abzuschrecken. "Die Unis können es sich aus politischen und finanziellen Gründen jedoch nicht leisten, eine große Anzahl der Studierenden zu exmatrikulieren", gab AStA-Vorsitzende Susanne Schmelter zu bedenken. Dennoch nimmt sie die Sorgen ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen sehr erst. Der Allgemeine Studierenden-Ausschuss
(AstA) will deswegen im laufenden Sommersemester eine regelmäßige Sprechstunde einrichten. Dort werden dann alle Informationen rund um den Boykott angeboten.
An der Universität Gießen und an den Fachhochschulen Gießen-Friedberg und Wiesbaden hat die Mehrheit der Studierenden bei Vollversammlungen den Boykott bereits befürwortet. Am 10. Mai werden neben Marburg außerdem die drei Hochschulen in Frankfurt und Offenbach eine Vollversammlung durchführen. Am Freitag (11. Mai) um 11 Uhr wird die hessische Kampagne für den Gebührenboykott bei einer Pressekonferenz in Frankfurt der Öffentlichkeit vorgestellt.
 
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