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Text von Freitag, 13. April 2007

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 Toremacher: Neue Saison der Bunten Liga 
 Marburg * (sts)
Sie ist in keinem Stadtführer erwähnt. In den Erstsemester-Informationen taucht sie nirgendwo auf und auch beim Stadtbüro wird kein Neuankömmling in Marburg auf sie aufmerksam gemacht. Dennoch wird sie auch im Sommersemester wieder zentrales Thema unter den Marburger Studenten aller Fachrichtungen sein: Die Rede ist von Hessens größter Freizeit-Fußball-Liga, der Bunten Liga Marburg. Mit der Rekordzahl von 44 Mannschaften und knapp 500 aktiven Spielerinnen und Spielern geht die Liga 2007 in ihre fünfte Saison.
Abseits des Vereinsfußballs schätzen die Teilnehmer die lockere Atmosphäre, bei der das Spiel und nicht der Sieg im Vordergrund stehen. Nach Spielschluss wird gerne zusammen mit der gegnerischen Mannschaft gegrillt, gefachsimpelt und Bier getrunken. Dennoch sind auch des Öfteren schon Scouts von umliegenden Fußballvereinen auf der Suche nach Talenten bei Spielen gesichtet worden.
Gespielt wird auf öffentlichen Bolzplätzen der Stadt Marburg. Ein Spiel dauert zwei mal 30 Minuten. Schiedsrichter gibt es keine. Die Mannschaften müssen strittige Situationen untereinander klären.
"Das funktioniert gut. Nur selten gibt es langwierige Auseinandersetzungen, die bisher aber immer auf verbaler Ebene ausgefochten wurden", meint der neue "Liga-Papa" Önder Aycicek. Der Geografie-Student hat die Gesamt-Organisation von Benjamin Donath übernommen, der die Liga 2003 auch ins Leben gerufen hatte.
Klangvolle Namen wie "BSG Rudelbildung 07", "Dynamo Dostojewski" oder "Celtic Glasvoll" gesellen sich als neue Mannschaften zu den etablierten Teams wie "Trümmerlotten", "Turbine Torhagel" oder "Partizan Oberstadt".
"Ich hätte für die kommende Saison noch zehn Teams mehr aufnehmen können, doch es müssen jetzt schon 215 Spiele bis Ende des Semesters ausgetragen werden. Es gibt gar nicht genug Plätze", beschrieb Aycicek die Schattenseite der großen Liga-Popularität. Zudem seien die Plätze teilweise in einem bedauerlichen Zustand, da die rege Spieltätigkeit in den vergangenen Jahren nicht spurlos an ihnen vorübergegangen sei.
Mit Blau-Gelb-Marburg hat sich aber ein Verein gefunden, der seine Plätze auch mal für Bunte-Liga-Spiele zur Verfügung stellen will. Schon 2006 fanden viele Spiele im Rahmen der Fan-Arena auf dem Kunstrasen-Platz im Georg-Gassmann-Stadion statt.
Die Termine sind dennoch eng gesetzt. "Es wird sicher einige englische Wochen geben", prophezeit Aycicek und denkt angsterfüllt an die Kondition seines "FC Kalaschnikov".
Über den Spielplan auf der Homepage www.bunte-liga-marburg.de werden Ort und Termin für die Partie zwischen den festen Ansprechpartnern der Teams abgesprochen. Vor Ort wird dann, je nach Platzgröße, entschieden, wie viel Feldspieler jeweils auflaufen dürfen. Es wird fliegend gewechselt.
Und es gibt ein Novum 2007: Mit "Mädels fürs Grobe" ist die erste reine Frauenmannschaft am Start. Nicht neu ist die "Bunte-Liga-Party" im Kulturladen KFZ und die 20-Liter-Bierprämie im "Café Barfuss" für den Meister.
"Nachdem im vergangenen Jahr viele Spiele sehr verbissen ausgetragen wurden, hoffe ich auf eine lockere und entspannte Saison", wünscht sich Aycicek.
 
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