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Text von Freitag, 2. Februar 2007

> b i l d u n g<
  
 Fiese Situation: Positiver Anschub durch SchuB 
 Marburg * (sts)
Berichte über Ausbau und Erfolge von Schulförder- und betreuungsprogrammen standen im Mittelpunkt der Sitzung des Jugendhilfe-Ausschusses. Dabei entpuppte sich am Donnerstag (1. Februar) besonders das Projekt "Lernen in Schule und Betrieb" (SchuB) als äußerst effizient. Burkhard Schuldt vom staatlichen Schulamt berichtete über das erste abgeschlossene Schuljahr einer "SchuB"-Klasse an der Emil-von-Behring-Schule.
Das Programm richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die voraussichtlich ihren Hauptschulabschluss in einer Regelklasse nicht erreichen werden. Diese Schüler verschiedener Schulen werden in einer "SchuB"-Klasse zusammengefasst, deren Unterricht einen hohen berufsbezogenen Praxis-Anteil aufweist.
Mindestens zwei Praxis-Tage pro Woche in einem Betrieb schreibt das Programm zwingend vor. Dadurch soll die Motivations- und Arbeitseinstellung der Jugendlichen verbessert werden. Zudem steht ihnen eine sozialpädagogische Betreuung zur Verfügung.
An der Emil-von-Behring-Schule haben alle 13 Jugendlichen der "SchuB"-Klasse ihren Abschluss geschafft. Drei von ihnen haben sogar einen qualifizierten Abschluss erreicht mit einem Noten-Durchschnitt von mindestens 3,0.
Was das Programm aber zu einem "Erfolgskonzept ohne gleichen macht", wie Schuldt es formulierte, ist die Tatsache, dass alle 13 Schüler auch einen Ausbildungsplatz bekommen haben. Auch hessenweit bestätigen sich diese Zahlen. Von insgesamt 206 Schülern schafften 188 den Hauptschulabschluss.
Auch Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) zeigte sich beeindruckt: "Hieraus sollten auch Rückschlüsse auf eine Modifizierung des Regel-Modells gezogen werden."
Einem großflächigen Ausbau des Programms stehen aber - wie üblich - die fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten im Wege. Das staatliche Schulamt könne das nicht leisten, wie sein Leiter Gerhard Müller deutlich machte. In den Genuss der Schubkraft der "SchuB"-Klassen werden also auch künftig nur einige wenige Schüler kommen.
Ein neues Förderprogramm mit dem Titel "Schulverweigerung - Die 2. Chance" stellte Projektleiterin Stefanie Lambrecht vor. Hierbei geht es um die Stabilisierung von notorischen Schulverweigerern im Alter zwischen zehn und 15 Jahren.
Seit November 2006 sind fünf Schüler in das Programm aufgenommen worden. Insgesamt stehen in Stadt und Kreis 30 Plätze zur Verfügung. "Vorbeugen statt Nachsorgen", sei die Idee hinter dem Programm, erklärte Lambrecht. Durch individuelle Förderung, die Begleitung in den Unterricht und durch intensive Arbeit mit den Eltern sollen die Jugendlichen wieder zum regelmäßigen Schulbesuch animiert werden.
Dabei werden alle Schulformen berücksichtigt. Schulverweigerung sei kein alleiniges Problem der Hauptschulen. Erste Ergebnisse des EU-Programms sind im Sommer zu erwarten.
 
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