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Text von Montag, 12. Februar 2007

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 Nebenbei: Schüler erlernen Pflege 
 Marburg * (fjh/pm)
Strahlende Gesichter blicken der Ausbilderin Gudrun Zimmermann entgegen. Schüler der Richtsberg-Gesamtschule (RGS) schwitzen freiwillig in zusätzlichen Unterrichtsstunden im Rahmen einer Ausbildung zur Schwesternhelferin und zum Pflegediensthelfer bei den Marburger Maltesern.
"Die Schüler sind hoch motiviert. Und es macht Spaß, mit ihnen zu arbeiten", berichtete Zimmermann.
In zwei Gruppen und über 136 Unterrichtstunden büffeln insgesamt 34 Hauptschüler der 9. Klassen der RGS. Seit September 2006 stehen die Theorie der Krankenpflege, Erste Hilfe, Anatomie und Physiologie auf dem Lehrplan.
Neben ihrer normalen Schulzeit absolvieren die Jugendlichen diese Ausbildung. Danach können die Schüler examiniertes Krankenpflegepersonal bei der Pflege von Kranken und Verletzten unterstützen. In der häuslichen Pflege oder in Altenheimen dürfen sie mitarbeiten und können so Geld verdienen.
"In dieser Ausbildung beweisen die Schüler Eigen-Initiative und Durchhaltevermögen. Das sind Schlüsselqualifikationen für einen Ausbildungsplatz, egal für welchen Beruf sie sich entscheiden. "Eine Schülerin hat letztes Jahr nicht durch ihr Zeugnis, sondern durch die Teilnahme an diesem Kurs einen Ausbildungsplatz in der Altenpflege erhalten", weiß Zimmermann.
Dem Lehrer Ludwig Luttropp ist es wichtig, den Schülern neben der typischen Berufswahl Friseurin und Kraftfahrzeug-Mechaniker auch andere Berufswege aufzuzeigen. "Die Altenpflege kann auf Grund der Alterspyramide der Bevölkerung auch in Zukunft ein sicheres Arbeitsfeld sein", prophezeit Luttropp.
Von den Lehrern der RGS begleitet, bewerben sich die Schüler für einen Praktikumsplatz in einem Altenheim, in einer Pflegestation oder in einem Krankenhaus und leisten zusätzlich 80 Stunden in der praktischen Pflege ab. Der Kurs endet mit einer theoretischen und einer praktischen Prüfung.
Die Möglichkeit zu der kostenlosen Ausbildung ist durch eine Zusammenarbeit der Lehrer und des Fördervereins der RGS entstanden. Die Malteser haben den theoretischen und praktischen Unterricht in ihren Räumen in Marburg abgehalten. Die Ausbildung wurde gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) im Programm "Lokales Kapital für Soziale Zwecke" (LOS).
 
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