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Text von Freitag, 26. Januar 2007

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 Kolleg ohne Geldnot: DFG-Förderung für Graduierte 
 Marburg * (fjh/pm)
Das Graduierten-Kolleg "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" erhält von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine weitere Förderung von 585.000 Euro. Sprecher des nun bis mindestens Mitte des Jahres 2008 stattfindenden Kollegs sind Prof. Dr. Ulrich Wagner und Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer.
Wagner ist Leiter der Arbeitsgruppe Sozialpsychologie des Fachbereichs Psychologie der Philipps-Universität sowie Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Konfliktforschung der Philipps-Universität (ZfK). Heitmeyer leitet das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld. "
"Die bewilligten Mittel erlauben uns unter anderem, 16 weitere Doktoranden-Stipendien zu vergeben", freute sich Wagner. Darüber hinaus werden dem Kolleg voraussichtlich fünf weitere Kollegiaten ohne Stipendien angehören.
Die zehn beteiligten Hochschullehrer aus Marburg, Bielefeld und Gießen stammen aus den Fächern Soziologie, Sozialpsychologie, Politikwissenschaft, Pädagogik und Kriminologie. Darüber hinaus sind etwa zehn weitere Wissenschaftler an das Kolleg assoziiert.
Neben DFG-Geldern wird Wagner auch Mittel der Philipps-Universität erhalten. "Im Rahmen der Förderung der strukturierten Promotionsausbildung werden drittmittelfinanzierte Graduiertenkollegs seit Oktober 2006 zusätzlich unterstützt", erklärte Vizepräsidentin Prof. Dr. Babette Simon. Jedes DFG-Graduiertenkolleg, von denen derzeit fünf an der Universität beheimatet sind, erhält während der Förderungsdauer jährlich 20.000 Euro, im ersten Jahr sogar 30.000 Euro zur freien Verwendung. Außerdem wird ihm ein dreijähriges Promotionsstipendium zur Verfügung gestellt. Schließlich erhält auch jeder Fachbereich, an dem ein Kolleg angesiedelt ist, einen Zuschussbetrag in Höhe von drei Prozent der bewilligten DFG-Gelder.
Diese zusätzliche Unterstützung ergänzt die Maßnahmen der Nachwuchsförderung an der Philipps-Universität, wie sie sich in den letzten Jahren unter anderem in der Etablierung eines Promotionskollegs für Geistes- und Sozialwissenschaften, in der höheren Dotierung der jährlich vergebenen Promotionspreise und in der seit 2006 erfolgenden Ausschreibung von Promotionsstipendien äußert.
Die Promotionsstipendien, jeweils sechs an der Zahl, werden in jährlichem Wechsel an Geistes- und Sozialwissenschaftler beziehungsweise an Mathematiker, Natur- und Biowissenschaftler sowie Mediziner vergeben. Die letzte Ausschreibungsrunde wurde erst vor wenigen Wochen abgeschlossen.
"So erhöhen wir die Attraktivität der Universität vor allem auch für hochqualifizierte Nachwuchs-Wissenschaftlerinnen und -wissenschaftler noch weiter", erklärte Simon.
Dank der Förderung durch DFG und Universität wird das Graduiertenkolleg "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" nun auch weiterhin regelmäßig internationale Gäste einladen und Auslandsaufenthalte seiner Mitglieder finanzieren. "So können wir unter anderem an internationale Vergleichs-Untersuchungen wie beispielsweise internationale Umfragen und experimentelle Forschungsergebnisse anknüpfen und stellen die Einbindung in die internationale Forschungsgemeinschaft sicher", erklärte Wagner.
Das Graduiertenkolleg untersucht Ausmaße, Erscheinungsformen, Ursachen und Konsequenzen "Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit". Zu den Elementen dieses Syndroms zählen die Forscher bislang Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus, Etablierten-Vorrechte, Islamophobie, Sexismus, Homophobie und die Ablehnung von Behinderten und Obdachlosen.
Inhaltliche Basis des Kollegs ist das im Jahr 2002 etablierte und auf zehn Jahre Dauer angelegte Forschungsprojekt "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" unter Federführung der Universität Bielefeld und unter Beteiligung der Philipps-Universität. Insbesondere trägt das Kolleg dazu bei, die Ergebnisse des Forschungsprojekts durch eigene empirische Studien zu erweitern. Auch eine internationale Studie wird in diesem Rahmen vorbereitet.
 
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