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Text von Freitag, 23. November 2007

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 Beschönigt: Bouffier pries Studiengebühren 
 Marburg * (fjh/pm)
Die Mitglieder der Landesregierung besuchen derzeit die hessischen Hochschulen, um sich über die angeblichen Verbesserungen der Studienbedingungen durch die Studiengebühren zu informieren. Der hessische Innenminister Volker Bouffier hat sich am Freitag (23. November) an der Philipps-Universität exemplarisch einen Einblick in die Verwendung der sogenannten "Studienbeitrags-Mittel" geben lassen.
Er besuchte die Universitätsbibliothek und einen Multimedia-Hörsaal. "Die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen der Marburger Studierenden haben mich schon in der Bibliothek überzeugt", erklärte Bouffier.
Die Bibliothek habe nicht nur für knapp eine Million Euro neue Bücher angeschafft, sondern weitet ab dem 1. Januar 2008 auch ihre Öffnungszeiten beträchtlich aus auf dann täglich 8 bis 24 Uhr.
"Am Beispiel der Universitätsbibliothek sieht man gut, dass uns die Studienbeiträge zum einen erlauben, schon lange anstehende Verbesserungen schneller umzusetzen, zum anderen auch wirkliche Zusatz-Angebote zu schaffen", sagte Universitätspräsident Prof. Dr. Volker Nienhaus.
Erfreut zeigte sich der Innenminister darüber, dass es in Marburg offensichtlich gelungen sei, den größten Teil der Einnahmen an die Basis zu bringen: Mit einem Schlüssel von 70 zu 30 hat das Universitätspräsidium die rund 5,85 Millionen Euro "Studienbeiträge" in diesem Semester verteilt. zum einen gehen sie an die Fachbereiche, zum anderen an zentrale Einrichtungen wie Universitätsbibliothek, Hochschul-Rechenzentrum (HRZ) und Studienberatung.
In den Fachbereichen werden die Mittel eingesetzt für zusätzliche Gastprofessuren, Lehraufträge und wissenschaftliche Mitarbeiter, um so die Lerngruppen zu verkleinern, beteuerte die Universitätsleitung.
Neben diesen rund 1,6 Millionen Euro für wissenschaftliches Personal gehen weitere Gelder an zusätzliche studentische Hilfskräfte für weitere Übungen, Praktika und Tutorien. Zudem werden mehr Exkursionen und Projektpraktika angeboten und das E-Learning-Angebot verbessert. Auch die Infrastruktur werde optimiert, zum Beispiel durch die Ausstattung von Unterrichtsräumen und Praktikumslaboren.
"Hierbei geht es in erster Linie um die Anschaffung von modernen Geräten, die benötigt werden, um neue Methoden in forschungsbezogenen Studiengängen etablieren zu können", erklärte Vizepräsident Dr. Michael Schween.
Insgesamt werden hessenweit 170 Millionen Euro jährlich an "Studienbeiträgen" erwartet. "Ich habe nicht den Hauch einer Vorstellung, wie die Verbesserung der Lehre in dieser Dimension hätte anders als durch Studienbeiträge geschaffen werden können", sagte Bouffier. Die Alternative wäre gewesen, die Löcher zu beklagen, meinte der Innenminister.
"Durch die Studienbeiträge können wir nicht nur das Vorhandene stabilisieren, sondern auch zusätzliche Leistungen für die Studierenden erbringen", verkündete Nienhaus vollmundig.
"Indem die Strahlkraft der Universität Marburg weiter erhalten bleibt, wird auch die Region Mittelhessen weiter gestärkt", sagte der Innenminister.
Von dieser angeblichen "Stärkung" kann allerdings angesichts der jüngsten Stellenstreichungen in der Politikwissenschaft und der Einstellung der Osteuropa-Forschung an der Philipps-Universität nur jemand reden, der Amputationen als "Verbesserungen" feiert.
 
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