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Text von Freitag, 5. Januar 2007

> s o z i a l e s<
  
 Kalte Schulter gezeigt: Aufschwung ohne Ausschüttung? 
 Marburg * (ule)
Ein kräftiger Aufschwung bläst durch die Republik und lässt die Gewinne plötzlich sprudeln. Der Boom sei so stark wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr, heißt es zufrieden unter den Wirtschafts-Experten und Konzern-Chefs. Doch während sie aufschwungsbesoffen und unkontrolliert mit neuen Arbeitslosenzahlen um sich werfen, wird den Arbeitnehmern der Schluck aus der Pulle verwehrt.
"Höhere Löhne können wir uns nicht leisten", erklärt Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt. Und Hans Werner Sinn vom konservativen ifo-Institut bekräftigt scharfsinnig, dass der Aufschwung ja schließlich auch irgendwann wieder vorbei sein könne. Die Lohn-Forderungen der IG Metall von sieben Prozent seien völlig überzogen und beschäftigungspolitisch unverantwortlich.
Ähnlich klagte die Arbeitgeber-Seite auch in den Krisen-Jahren 2002 und 2003. Empört wehrte sie sich gegen die Lohn-Forderungen der Gewerkschaften.
"Auch in dieser Tarifrunde kann nur verteilt werden, was erwirtschaftet wurde", hieß es noch Anfang 2006 beim Arbeitgeberverband Gesamtmetall, als vom Aufschwung wenig zu spüren war. Dumm gelaufen! Denn während die Massen-Entlassungen, Arbeitszeit-Verlängerungen und Lohn-Kürzungen der letzten Jahre die Unternehmen profitabler gemacht haben, hat der Lebensstandard breiter Bevölkerungsschichten rapide abgenommen. Die Mehrwertsteuer-Erhöhung, die höheren Krankenkassen-Beiträge und die gestiegenen Energiepreise werden die Menschen weiter in die Knie zwingen.
Höchste Zeit also, die Arbeitgeber beim Wort zu nehmen: Es sollte endlich das verteilt werden, was erwirtschaftet wurde! Dabei sollten diejenigen, die daran maßgeblich beteiligt waren, nicht länger vernachlässigt werden.
 
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