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Text von Mittwoch, 24. Januar 2007

> s o z i a l e s<
  
 Zahlen für 2006: Positive Jahresbilanz des KJC 
 Marburg * (ule)
Eine durchweg positive Bilanz der arbeit des KreisJobCenters (KJC) für das Jahr 2006 haben Landrat Robert Fischbach und der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern gezogen. Am Mittwoch (24. Januar) stellten sie im Kreishaus die Arbeitslosen-Zahlen des Landkreises Marburg-Biedenkopf vor.
In dieser Pressekonferenz bescheinigten sie dem KJC eine hervorragende Arbeit bei der Vermittlung von Langzeit-Erwerbslosen. So konnten im Jahr 2006 insgesamt 3.962 Erwerbslose in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden. Weiterhin gelang es den 154 Mitarbeitern des KJC, 377 Ausbildungsplätze zu vermitteln.
Damit konnte die Arbeitslosen-Quote des Landkreises von 8,4 Prozent im Dezember 2005 auf 6,7 Prozent gesenkt werden. Das entspricht einer Integrations-Quote von 14,3 Prozent, was deutlich über dem bundesweiten Trend liegt. In einem ersten bundesweiten Vergleich der Optionskommunen hatte die Bertelsmann-Stiftung eine durchschnittliche Integrations-Quote von 10,2 Prozent ermittelt. Fischbach und McGovern zeigten sich also zufrieden.
2004 hatte sich der Landkreis dazu entschlossen, das sogenannte Options-Modell zu realisieren. Innerhalb von nur 14 Wochen musste das KJC "aus dem Boden gestampft" werden, resümierte Fischbach. Seither ist Marburg eine von bundesweit 69 Optionskommunen, die eigenverantwortlich die Vermittlung von Langzeit-Erwerbslosen übernehmen.
Besondere Schwerpunkte hat sich das KJC mit dem Projekt "Comeback@50" gesetzt. Hier sollte besonders älteren Arbeitnehmern zur Integration in den Arbeitsmarkt verholfen werden. Das ist bislang bei 118 Personen gelungen.
Weiterhin hatte 2006 die Vermittlung von Jugendlichen Priorität. Dazu hatte das KJC im vergangenen Mai einen Ausbildungstag organisiert. Ein überblick über freie Stellen und individuelle Hilfestellungen bei Bewerbungen sollten die "Schwellenangst" der Jugendlichen vor dem KJC abbauen, erläuterte KJC-Leiterin Andrea Martin. Weil die Resonanz sowohl bei den Fallmanagern als auch bei den Jugendlichen sehr gut war, steht die Durchführung eines Ausbildungstages auch 2007 wieder auf dem Pogramm.
Neben dem Versuch, die Integration in den ersten Arbeitsmarkt weiter zu steigern, soll 2007 vor allem die Beschäftigung von Frauen besonders gefördert und Beschäftigungs-Hürden auf diesem Bereich gezielt abgebaut werden. Auch die individuelle Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KJC soll in diesem Jahr hohe Priorität genießen.
Trotz der positiven Bilanz des KJC trägt die gesunkene Arbeitslosen-Quote nicht zwangsläufig zur Verringerung der Armut im Landkreis bei. Etwa 2.000 Menschen sind trotz einer Arbeitsstelle weiterhin auf die Zahlung von aufstockenden Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Jeden Monat werden 300 neue Anträge auf Leistungs-Zahlungen gestellt. Insgesamt beträgt die Zahl der Leistungs-Bezieher gegenwärtig 10.800. Sie ist damit gegenüber 8.000 im Jahr 2004 um 35 Prozent gestiegen.
McGovern äußerte sich betroffen über diese Entwicklung. Gleichzeitig gab er aber zu bedenken, dass viele Erwerbslose freiwillig zu niedrig entlohnte Arbeit annehmen. Vielfach seien sie einfach froh, überhaupt wieder arbeiten zu können.
Auf die Frage, ob die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes diesem Trend entgegen laufen könnte, hielt sich McGovern bedeckt. "Ich habe keine Antwort darauf", erklärte der Sozialdezernent ausweichend.
 
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