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Text von Montag, 3. Dezember 2007

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 Teure Maßnahme: Fernwärme-Netz am Richtsberg 
 Marburg * (fjh/pm)
Ein zukunftsfähiges Energieversorgungs-Konzept für den Richtsberg haben die Stadtwerke Marburg (SWM) und die Gemeinnützige Wohnungsbau-Gesellschaft GeWoBau entwickelt.
Als man sich vor mehr als 30 Jahren bei der Energieversorgung der Gebäude Am oberen Richtsberg für eine Gasversorgung entschied, entschied man sich nicht nur für eine preisgünstige, sondern auch für eine moderne und umweltschonende Wärmeversorgung. Heute - über eine Generation später - steht die durchgreifende Sanierung oder Neu-Strukturierung der Wärmeversorgung dort an.
Für die Entscheidung zur künftigen Struktur der Wärmeversorgung hatten die GeWoBau und die Stadtwerke neben der Preiswürdigkeit auch Überlegungen wie zum Faktor "langfristige Verfügbarkeit", zu Fragen des Klimaschutzes und des Einsatzes regenerativer Energien zu beachten. Ziel dieser Überlegungen war der Wunsch, für die Mieter zu ihren gewohnten Gas-Etagenheizungen eine Alternative zu finden, die möglichst ohne finanzielle Mehrbelastung eine zukunftsfähige und ökologisch sinnvolle Energieversorgung ermöglicht.
Herausgekommen ist das Konzept einer zentralen Wärmeversorgungs-Anlage, die über ein Nahwärme-Netz die Gebäude der GeWoBau am oberen Richtsberg mit Wärme versorgt. Die Anbindung erfolgt an eine bereits vorhandene Wärme-Zentrale im Gebäude der Richtsberg-Gesamtschule (RGS). Diese Heiz-Zentrale beliefert zur Zeit schon die nahegelegene Reihenhaus-Bebauung, die Grundschule, das Altenheim der Stiftung St. Jakob, die Sporthalle und die Richtsberg-Gesamtschule selbst.
Die von der Zentrale kommende Wärmeversorgung könnte durch - auf den Dächern der jeweiligen Gebäude installierte - große thermische Solar-Anlagen nicht nur für die Warmwasser-Aufbereitung, sondern auch für den Heizungsbetrieb unterstützt werden. Die zentrale Wärmeversorgung selbst bietet die Möglichkeit, ohne weitere Eingriffe im versorgten Gebäude neben dem Brennstoff Erdgas auch nachwachsende Rohstoffe oder Kraft-Wärmekopplung zum Einsatz zu bringen.
Trotz dieser Zentralisierung der Wärmeversorgung selbst war es ein ganz wichtiges Ziel für die GeWoBau, für die Mieter die gleiche Eigenständigkeit wie beim Betrieb der eigenen Gas-Etagenheizung zu erhalten. So wird jede Wohnung mit einer Fernwärme-Übergabestation ausgerüstet. Das ermöglicht, den Wärmebedarf für die Heizung wie auch zur Warmwasser-Bereitung 100-prozentig verbrauchsabhängig zu ermitteln.
Von der geplanten Neu-Strukturierung sind über 600 Wohnungen am oberen Richtsberg betroffen. Für den Ausbau des Nahwärme-Netzes und dem Umbau der Erzeugungsanlagen sind sehr umfangreiche Arbeiten erforderlich. Die gesamte Baumaßnahme wird in 5 Bauabschnitten durchgeführt und erstreckt sich über einen Zeitraum von 5 Jahren.
Sowohl für die GeWoBau als auch für die Stadtwerke Marburg handelt es sich bei dem Vorhaben um eine der größeren Investitionen der nächsten Jahre mit dem Ziel, Marburgs größten Stadtteil auf eine nachhaltige und klimaschonende Energieversorgung umzustellen.
 
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