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Text von Samstag, 1. Dezember 2007

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 Jannasch als Aufreger: Universitätsstraße wird umgebaut 
 Marburg * (sts)
Der Neugestaltung der Universitätsstraße steht nun nichts mehr im Wege. Am Freitag (30. November) beschloss die Stadtverordneten-Versammlung mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP die Planungsvorlage des Magistrats.
Die Fraktionen der CDU und der Marburger Bürger-Liste (MBL) stimmten dagegen. Die Marburger Linke (ML) enthielt sich.
Vorausgegangen war eine hitzige Debatte, bei der sich Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) zeitweise "wie im Kabarett" vorkam. Besonders der Redebeitrag von Manfred Jannasch (CDU) erregte die Gemüter.
"Sie sind permanent dabei, die Stadt zu demontieren", warf er dem Magistrat vor. Die Bürger der Stadt hätten überhaupt kein Verständnis für die Erneuerung. Ihm gegenüber sei mehrfach von einem "irrsinnigen Umbau" gesprochen worden.
"Die Bauexperten in der Stadtverwaltung bräuchten dringend eine Fortbildung", riet Jannasch weiter. Er forderte eine Neukonzeption statt dieser Kompromisslösung. Schließlich seien die Fördergelder noch bis Ende nächsten Jahres zu bekommen.
Auch Jannaschs Parteikollegin Anne Oppermann sprach angesichts der geplanten Verengung der Fahrbahn vom "politisch gewollten Dauerstau". Dem widersprach Vaupel entschieden: "Wer behauptet in der Universitätsstraße gebe es bereits heute Dauerstaus, der hat noch nie einen echten Dauerstau gesehen."
Ein Ziel der Umbaumaßnahmen sei eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs erklärte Sonja Sell (SPD). Es sollten nur diejenigen mit dem Auto durch die Universitätsstraße fahren, die dort auch etwas wollten, fügte sie hinzu.
"Die Stärkung der schwächeren Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich genieße Priorität", sagte auch Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). Im Zusammenhang mit dem Umbau müsse sicherlich auch über eine Geschwindigkeitsreduzierung in der Universitätsstraße nachgedacht werden, ließ er weiter durchblicken.
Die Konzeption mit einem Fahrradstreifen in Richtung Wilhelmsplatz verteidigte er vehement. Das Land Hessen habe ursprünglich sogar auf zwei Fahrradstreifen bestanden, damit das Projekt überhaupt förderfähig sei. Da dies aufgrund des Straßenquerschnitts aber nicht möglich sei, habe man auch die Lösung mit einem Radstreifen bewilligt.
Die Gesamtkosten für den Umbau belaufen sich auf 3,4 Millionen Euro. 70 Prozent der Summe wird voraussichtlich durch Fördergelder des Landes gedeckt.
 
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