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Text von Samstag, 21. July 2007

> p o l i t i k<
  
 Wütender Wirt: Gerichtsverfahren gegen Gäste 
 Marburg * (fjh)
Sehr schlecht bekommen ist einer marburger Bloggerin ihr Essen in einem griechischen Restaurant im Oktober 2006. Ihre verärgerte Rezension darüber straft die Anwaltskanzlei eines landesweit bekannten Marburger Juristen im Auftrag des Wirts nun mit einer teuren Abmahnung. Darüber berichten jetzt bundesweit Blogs, die dem klagewütigen Wirt nun ihrerseits in die Suppe spucken.
Wer künftig keine Kunden mehr gewinnen will, der verklage sie genauso wie dieser wütende Wirt. Schließlich gilt ja nach wie vor die bekannte volksweisheit: "Getroffene Hunde bellen laut."
Wer bei diesem weitsichtigen Wirt isst und nicht zufrieden ist, der müsste schließlich befürchten, dass der Mann jede abfällige Äußerung über seine Küche unnachsichtig verfolgt. Er hat nämlich nicht nur eine Abmahnung gegen das Marburger Weblog www.hastenedgesehn.de in Auftrag gegeben, sondern dazu gleich auch noch eine Strafanzeige wegen übler Nachrede und Verstoßes gegen das Gesetz gegen Unlauteren Wettbewerb (UWG) erstattet. Seither findet im Internet ein lauterer und immer lauterer Wettbewerb um die schönste Antwort auf diesen überaus bekömmlichen "Nachtisch" statt.
Daran beteiligt sich nach mein-parteibuch.com nun auch der Marburger Ortsverband der Humanistischen Union (HU). Schließlich sollen die Marburger Bürgerinnen und Bürger wissen, welcher Wirt in diesem verträumten Universitätsstädtchen Anwälte auf seine unzufriedenen Kunden hetzt.
Wer seine Gäste gut bedient, braucht kritische Kommentare nicht zu fürchten. Wer aber als Wirt seine Zeit in Anwaltskanzleien statt in der eigenen Küche verbringt, der hat´s wohl auch nötig. Ein derartiges Vorgehen gegen unzufriedene Gäste verlangt geradezu nach dem Wunsch: "Wohl bekomm´s!"
 
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