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Text von Samstag, 30. Juni 2007

> p o l i t i k<
  
 Gegründet: Die Linke ist im Kreis angekommen 
 Marburg * (sts)
Nachdem sich vor zwei Wochen die neue Partei "Die Linke" auf Bundesebene konstituiert hat, ist das selbe nun auch für den Landkreis Marburg-Biedenkopf geschehen. Bei der Mitgliederversammlung am Samstag (30. Juni) im Alten Rathaus in Cappel wurden außerdem der Kreisvorstand und die beiden Direktkandidaten für die Landtagswahl gewählt. Rund 40 der offiziell 136 Parteimitglieder im Kreis waren zum Gründungsparteitag erschienen.
Am frühen Nachmittag beschlossen die Anwesenden einstimmig, den Kreisverband "Die Linke" zu gründen. Anschließend war es mit der Einigkeit aber vorübergehend vorbei. Stattdessen wurde langwierig über Wahl-Prozedere und Satzungsfragen diskutiert.
Besonders an der Frage, für wie lange der Kreisvorstand gewählt werden soll, erhitzten sich die Gemüter. Ursprünglich war beantragt worden, den Vorstand nur bis Ende August zu wählen, damit in dieser Zeit eine Satzung erarbeitet werden könnte.
"Wir brauchen keinen Vorstand für die Sommerferien", sprach sich Henning Köster für eine längere Amtsdauer aus. Hartmut Lehmann beantragte eine Wahlperiode von einem Jahr, wie das auch auf Bundesebene geschehen sei. Mit klarer Mehrheit entschied man sich letztlich dazu, den Vorstand bis zu den Landtagswahlen Ende Januar 2008 zu wählen.
Streit entbrannte dann aber erneut ob des Vorschlags, den Kreisvorstand als "Sprecherinnenrat" zu bezeichnen. Damit wolle man ein demokratisches Zeichen setzen und sich von jeglicher "Kaninchenzüchter-Vereinsstruktur" distanzieren, wie Bernd Hannemann sagte. Aus diesem Grund wurde auch beschlossen, dass es keinen Kreisvorsitzenden geben wird, sondern das Gremium aus acht gleichberechtigten Vorstandsmitgliedern besteht. Zur Erzielung einer besseren Außenwirkung entschieden sich die Mitglieder letztlich dann aber doch dazu, den Kreisvorstand auch offiziell mit diesem Namen zu bezeichnen.
Über die Wahl-Debatten hinaus wurde auch über das Profil der neuen Partei diskutiert. "Wir wollen eine Partei der Kümmerer werden", wurde der Bundesvorsitzende Lothar Bisky zitiert. Mit der Sozialen Frage im politischen Mittelpunkt müssten verstärkt Frauen und Jugendliche angesprochen werden, forderte Ulrike Eifler. Dem geringen Frauenanteil - nur knapp ein Viertel der Parteimitglieder im Kreis seien weiblich - müsse entschieden entgegengewirkt werden. "Alle Bereiche unserer politischen Arbeit müssen auch in ihrer Auswirkung auf Frauen geprüft werden", meinte Eifler abschließend.
Im neuen achtköpfigen Vorstand wurde diesem Vorhaben Rechnung getragen. Mit Renate Bastian, Ulrike Eifler, Birgit Schäfer und Antje Walter sind dort die Frauen regelrecht überrepräsentiert. Die Bundes-Satzung der Partei verlangt allerdings auch zwingend, dass mindestens die Hälfte des Vorstands Frauen sein müssen. Mit Martin Krieger, Thorsten Markstahler, Hajo Zeller sowie Schatzmeister Eckhard Kohn schafften es aber auch vier Männer in das Leitungsgremium.
Für die beiden Marburger Wahlkreise 12 und 13 wurden zur Landtagswahl Pit Metz und Jan Schalauske als Direktkandidaten aufgestellt.
 
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