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Text von Donnerstag, 15. März 2007

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 Prediger im Programm: HU fordert Gleichbehandlung 
 Marburg * (ijk/pm)
Ein laizistisches "Wort zum Mittwoch" fordert die Humanistische Union (HU). Wenn das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) und der Südwest-Rundfunk (SWR) ihre Ankündigung wahrmachen und ein muslimisches "Wort zum Freitag" ausstrahlen, dann verlangt der HU-Ortsverband Marburg eine Gleichbehandlung aller nichtkirchlichen Weltanschauungen. Erreichen könnte der öffentlich-rechtliche Rundfunk dieses Ziel aber auch durch eine Absetzung des "Worts zum Sonntag".
Die größte Gruppe innerhalb der bundesdeutschen Bevölkerung stellen Atheisten, Agnostiker und nicht kirchlich gebundene Menschen. Ihre weltanschaulichen, ethischen und spirituellen Positionen werden nach Ansicht des HU-Ortsverbands Marburg vom Rundfunk bisher nicht angemessen berücksichtigt. Dabei ist er nach Auffassung der Bürgerrechtsorganisation zur Gleichbehandlung aller Glaubensrichtungen und Weltanschauungen verpflichtet. Aber auch kleinere religiöse Gemeinschaften werden nach Wahrnehmung der HU Marburg übergangen. Seien es Juden, orthodoxe Christen, altkatholische Gemeinden, Buddhisten oder Bahai, Hindu oder Anhänger anderer Religionen - ihnen gestehe die deutsche Medienlandschaft kaum gleiche Rechte zu wie den papsttreuen Katholiken und den Evangelischen Kirchen. Darin sieht der HU-Ortsverband Marburg eine nicht akzeptable Benachteiligung dieser Gruppen.
Am einfachsten wäre nach Ansicht der Marburger Bürgerrechtler deswegen die Absetzugn des "Worts zum Sonntag". Sollten die Sender diesem Vorschlag nicht folgen, dann müssten sie allen Gruppen eine Äußerungsmöglichkeit einräumen, fordert die Marburger HU-Regionalgruppe.
"Atheismus oder andere laizistische Positionen sind weiter verbreitet in der deutschen Gesellschaft als jede einzelne Kirche", stellte der Zweite Vorsitzende des HU-Ortsverbands Marburg fest. Deswegen spricht sich Dragan Pavlovic für eine Gleichstellung dieser Position mit den großen amtskirchen aus: "Entweder gibt es demnächst neben dem Wort zum Sonntag und dem zum Freitag auch eines zum Mittwoch, oder aber die Nichtkonfessionellen müssten ihre Gebühren-Zahlungen an die ARD-Anstalten um einen entsprechenden Betrag kürzen."
 
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