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Text von Mittwoch, 14. März 2007

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 Für die Ruhe: Verkehrsversuch im Biegenviertel 
 Marburg * (sts)
"Nach jahrelangem Schatten-Dasein passiert hier im Biegenviertel endlich etwas. Darüber sind wir froh und auch ein bisschen Stolz", sagte die Vorsitzende des Bürgervereins "Alles im Biegen" Renate Buchenauer. Das freudige Ereignis ist der am 1. April startende Verkehrsversuch in der Biegenstraße. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) ließ es sich nicht nehmen, die Pläne dafür am Dienstag (13. März) in der Volkshochschule selbst vorzustellen.
1.100 Einwohner, 90 Gewerbebetriebe und 25 soziale Einrichtungen besitzt das Biegenviertel. Allein 1.500 Menschen besuchen jeden Tag die Volkshochschule.
Ziel von "Alles im Biegen" ist es, das Viertel im Bezug auf Wohn- und Arbeitsqualität aufzuwerten und nicht zu einem reinen Zubringer für Marburgs "Neue Mitte" verkommen zu lassen.
Der Verkehrsversuch vom 1. April 2007 bis zum 31. Dezember 2008 ist ein erster Schritt in diese Richtung. Die bisher dreispurige Biegenstraße wird dazu um eine Spur verengt. Dadurch wird das Quer-Parken von der Savignystraße bis zur Bushaltestelle "Volkshochschule" möglich. Die rechte Spur ist ansonsten - ähnlich wie am Rudolphsplatz - nur den Bussen vorbehalten.
"Das hat den schönen Neben-Effekt, dass die Biegenstraße nicht mehr so zum Rasen einlädt", erklärte Vaupel. Zudem soll die Biegenstraße durch Fußwege besser mit dem Auditorium Maximum (AudiMax) und dem Pilgrimstein verbunden werden.
An der Einmündung der Wolffstraße soll ab 2008 die Unterführung verschwinden, die ohnehin kaum genutzt wird, kündigte Vaupel an. Dadurch werden sowohl vor der Universitätsverwaltung als auch vor dem Universitätsmuseum neue Flächen entstehen.
Auch der Vorbau der Stadthalle "mit dem Charme der 60er Jahre" - so Vaupel - soll abgerissen werden. Der Oberbürgermeister könnte sich dort perspektivisch einen Aufenthaltspunkt für Studenten mit drahtloser Internet-Verbindung und gastronomischen Angeboten vorstellen.
Großer Problempunkt für den Verein "Alles im Biegen" ist nach wie vor die Kurve in die Deutschhausstraße direkt vor der Volkshochschule. Der dahinter liegende Raum sei riesig, werde aber überhaupt nicht genutzt. Langfristig könnte Buchenauer sich dort eine Art neues "Biegen-Eck" vorstellen. Darunter versteht sie einen Platz, an dem beispielsweise Patienten der umliegenden Arztpraxen verweilen könnten.
Im Rahmen eines studentischen Praktikums der Universität Siegen sollen nun Vorschläge für eine Nutzung erarbeitet werden. Buchenauer ist jedenfalls optimistisch: "Wir haben in den zwei Jahren seit der Vereinsgründung mehr erreicht, als wir uns erhofft hatten. Langfristig sind wir auf einem guten Weg."
 
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