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Text von Donnerstag, 1. März 2007

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 Bezahlung: Mindestlohn auch für Studis 
 Marburg * (atn/pm)
Der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AstA) Marburg begrüßt, dass sich die Marburger Stadtverordnetenversammlung mit dem wachsenden Problem von Niedriglohnbeschäftigung auseinander gesetzt hat. Ein Großteil der Studierenden arbeitet im Niedriglohnsektor und würde von einem gesetzlichen Mindestlohn profitieren.
"Viele Unternehmen nutzen die Studierenden als günstiges, qualifiziertes und flexibel einsetzbares Aushilfspersonal", kommentierte die
AStA-Vorsitzende Susanne Schmelter. Arbeitsrechtliche Standards wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder bezahlter Urlaub würden nur selten eingehalten, obwohl sie auch für Studierende gelten. Der Stundenlohn sei meistens niedrig.
Nach der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes (DSW) sind zwei Drittel der Studierenden auf zusätzliche Erwerbstätigkeit angewiesen, um ihr Studium finanzieren zu können. Ursache hierfür ist nicht zuletzt, dass das BaföG seit nunmehr sieben Jahren nicht an die Preissteigerung angepasst wurde. Es trägt somit immer weniger zur Finanzierung des Lebensunterhalts bei.
In Marburg arbeitet laut DSW insgesamt die Hälfte der Studierenden. Davon arbeiten wiederum gut ein Viertel für einen Stundenlohn von unter acht Euro. In Marburg würden von einem gesetzlichen Mindestlohn von acht Euro, wie die Linkspartei ihn vorschlägt, über 2.500 Studierende unmittelbar profitieren. Deutschlandweit läge die Zahl vermutlich bei gut 300.000. "Aus studentischer Sicht ist ein gesetzlicher Mindestlohn also unbedingt wünschenswert", betonte Schmelter.
Besonders bedauerlich ist aus Sicht des AStA, dass auch das Land Hessen als Arbeitgeber nicht als gutes Beispiel vorangeht. So wurden die Stundenlöhne für studentische Hilfskräfte an den Hochschulen seit über 13 Jahren nicht mehr angepasst. Studentische Hilfskräfte bekommen für ihre qualifizierte Arbeit an den Universitäten einen Stundenlohn von 8,02 Euro und an Fachhochschulen sogar nur 5,58 Euro.
Die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes (DSW) ist im Internet unter http://www.sozialerhebung.de zu finden. Informationen zu studentischer Erwerbstätigkeit und damit verbundenen Problemen befinden sich unter www.studentsatwork.org.
 
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