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Text von Mittwoch, 21. Februar 2007

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 Überworfen: Koalitionskrach um Turnergarten 
 Marburg * (sts)
"Ich bin mit dem Nutzungskonzept für den Turnergarten sehr unzufrieden. Es ist einseitig und stellt eine permanente finanzielle Belastung für die Stadt dar", kritisierte Grünen-Fraktionsvorsitzender Dietmar Göttling die Pläne des Magistrats. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) berichtete am Dienstag (20. Februar) dem Haupt- und Finanzausschuss über das vom VfL Marburg entwickelte Nutzungskonzept.
In der vergangenen Woche hatte er bereits den Schul- und Kulturausschuss über die Pläne informiert. Dort war das Konzept einmütig für gut befunden worden.
Ab 2008 soll der Turnergarten in erster Linie von den Turn-, Musik- und Fechtabteilungen des VfL Marburg genutzt werden. Außerdem sind Zeiten für den Schulsport, für gastronomische Betriebe und ein regelmäßiger Tanztee vorgesehen. Nach dem bisherigen Entwurf würde das Gebäude täglich von 9 bis 23 Uhr genutzt. Allerdings besteht derzeit noch ein jährliches Defizit von 50.000 Euro, das die Stadt zu tragen hätte.
"Wir müssen auch an kommende Generationen denken und können nicht immer mehr laufende Kosten verursachen. Ich bin für den Erhalt des Turnergartens, aber mit einem günstigeren Nutzungskonzept", forderte Göttling.
Vaupel hingegen warnte davor, eine einfache Plus-Minus-Rechnung aufzumachen. Gerade das Augenmerk auf Gesundheits-, Rehabilitations- und Seniorensport sowie die Jugendförderung sei zukunftsweisend: "Nachhaltige Vereinsarbeit stärkt zukünftige Generationen in punkto Gesundheit und Leistungsfähigkeit."
Auch Erika Lotz-Halilovic (SPD) widersprach ihrem Koalitionskollegen Göttling: "Das Konzept ist erklärter politischer Wille. Wir geben Steuergelder der Bürger für die Bürger aus."
Die CDU-Fraktion hielt sich mit Kritik zurück. Stadtverordneter Dr. Reimer Wulff (CDU) hat in seiner Doppelfunktion als Vorsitzender des VfL Marburg am Nutzungskonzept entscheidend mitgearbeitet und großes Interesse an seiner Umsetzung.
Pit Metz (Marburger Linke) wies daraufhin, dass die bisherige Etat-Aufstellung auch noch Sanierungskosten aufweise, die schließlich nicht dauerhaft zu tragen wären. Vaupel machte abschließend deutlich, dass dieser Entwurf schließlich nur eine Diskussionsgrundlage sei und im Laufe des Jahres noch überarbeitet werde.
Einstimmig beschlossen die Parlamentarier eine überplanmäßige Ausgabe von 100.000 Euro für den Bau einer Toiletten-Anlage am Kaiser-Wilhelm-Turm (Spiegelslust-Turm). Das von Mobilo e.V. vorbildlich und erfolgreich bewirtschaftete Wahrzeichen solle damit als Touristen-Ziel im Elisabeth-Jahr gestärkt werden, erklärte Vaupel. Die barrierefreie Anlage mit Wintergarten soll noch vor der Sommerpause fertig gestellt werden.
 
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