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Text von Mittwoch, 3. Januar 2007

> p o l i t i k<
  
 Eis reduziert: Treibhaus-Effekte auf Jobs 
 Marburg * (fjh)
Das grenzt geradezu an eine Sensation: In Hessen sind die Arbeitslosen-Zahlen im Dezember 2006 nicht nur gegenüber dem Vorjahr, sondern sogar auch gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Gleiches gilt auch für die Arbeitslosen-Zahlen, die das KreisJobCenter (KJC) des Landkreises Marburg-Biedenkopf am Mittwoch (3. Januar) bekanntgab.
Als Gründe dieser ungewöhnlichen Entwicklung nannten Experten die anziehende Konjunktur und die außergewöhnlich milde Witterung. Daraus aber ergibt sich für den engagierten Arbeitsmarkt-Politiker ein unangenehmes Dilemma: Wenn die milde Witterung auch die Erwerbslosigkeit abmildert, dann müsste er womöglich das weitere Voranschreiten der Klima-Katastrophe gutheißen. Schließlich scheint das außergewöhnlich warme Wetter im November und Dezember 2006 eine erste Folge des vielzitierten Treibhaus-Effekts zu sein.
Das wirft die Frage nach den unauflöslichen Widersprüchen zwischen einer heilen Natur und einem heilen Arbeitsmarkt auf: Wäre die Klima-Katastrophe etwa möglicherweise ein Antagonist der Arbeitsmarkt-Misere? Brächte unfreundliches Klima in der Atmosphäre die Menschen zwar um den Atem, aber zugleich auch zu einem freundlicheren Klima am Arbeitsplatz?
Man stelle sich vor: Der Treibhaus-Effekt schreitet immer weiter voran. Die Pol-Kappen schmelzen ab. Das Klima erwärmt sich zusehends.
Bei freundlichen Temperaturen im Dezember, Januar und Februar schuften die Jungs auf dem Bau. Währenddessen sitzen die Menschen draußen vor den Eisdielen. Die Freibäder bleiben ganzjährig geöffnet.
Hunderttausende haben nun ganzjährig Arbeit als Gärtner, Bademeister, Eisverkäufer, Kühlwagen-Fahrer, Schlauchboot-Matrose oder Küsten-Kapitän. Die Zahl der Erwerbslosen sinkt spürbar.
Auch Ärzte und Pflegepersonal sind sehr gefragt. In den heißen sommern sterben die Alten reihenweise in den Heimen. Aber auch Menschen unter 30 erkranken an Hautkrebs.
So kehrt sich die demografische Entwicklung wider um. Mit dem polaren Eis schmilzt auch die Alterspyramide ab. Die Rente mit 67 wird nun wirklich notwendig. Dank des sozialverträglichen Früh-Ablebens mit durchschnittlich 33 Jahren gibt es schließlich gar keine Erwerbslosen mehr.
Für dieses Szenario müsste sich mancher Arbeitsmarkt-Politiker doch bestimmt erwärmen können! Wärme und Güter wären wieder Werte von größter Wichtigkeit. Das wäre doch eine heiße Entwicklung, oder?
Doch dabei haben die Planer die Rechnung leider ohne die Mehrwertsteuer gemacht. Sie wurde zum Jahresbeginn 2007 um 3 Prozentpunkte angehoben. Das verhalf der Wirtschaft vorher noch zu einem kleinen Schwung. Nur ist er nicht gerade von Dauer!
Und so war es auch nicht die warme Witterung im Winter, die den Arbeitsmarkt zum Jahresende angekurbelt hat, sondern das Strohfeuer drohender Preistreiberei. Das mediterrane Klima tat nur ein Übriges dazu, das wirtschaftliche Klima ein wenig aufzupeppeln.
Keinesfalls kann aber der Zyklus der Wirtschaft gegen die Kreisläufe der Natur angekurbelt werden. Deswegen wird es bald auch sehr heiß werden, wenn die Menschen sich gegen die drohende Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen wehren!
 
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