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Text von Sonntag, 25. November 2007

> k u l t u r<
  
 Klar Klarinette: Schwarzstein verzauberte Schloss 
 Marburg * (fjh)
Die historische Kulisse des Fürstensaals im Marburger Landgrafenschloss verhalf einem Auftritt der Jungen Philharmonie Köln (JPK) am Samstag (24. November) zu der passenden Atmosphäre. Nur knapp 150 Zuhörer hatten indes in diesen geschichtsträchtigen Konzertsaal gefunden.
Der Solist Vassili Voronin an der Violine eröffnete den Abend mit Antonio Vivaldis Konzert für Violine, Streicher und Basso Continuo "La Tempesta di Mare". Der 27-jährige und sein sechsköpfiges Begleit-Orchester mussten sich aber erst noch einspielen.
Im Konzert B-Dur für Violine, Violoncello, Streicher und Basso Continuo ebenfalls von Vivaldi konnten Voronin an der Violine und Dima Goronovsky am Violoncello schon eher überzeugen. Doch auch hier wirkte ihr Spiel mitunter zu hastig und zu wenig ausgefeilt.
Das änderte sich dann jedoch bei Johann SebastianBachs Suite in h-moll für Flöte, Streicher und Basso Continuo mit der Nummer 1.067 im Bach-Werke-Verzeichnis (BWV). Hier brillierte Andreas Haas an der Flöte, der das restliche Orchester mit seiner Qualität auch mitriss. Lediglich der bekannte letzte Satz war auch hier wieder ein wenig zu schnell gespielt.
In der Vergangenheit hat sich der 35-jährige Münchener Flötist mit seinem Projekt Klassik für Kinder verdient gemacht. Aber auch als Solist konnte der gebürtige Rheinländer absolut überzeugen.
Nach der Pause präsentierte Voronin gemeinsam mit dem Kammer-Orchester der JPK Wolfgang AmadeusMozarts Violinkonzert. Den Witz des Komponisten konnte ihre Interpretation gut zu Gehör bringen.
Den absoluten Höhepunkt des Abends bildete jedoch das Klarinettenkonzert Nummer1 in f-moll von Carl Maria von Weber. Der Klarinettist Raphael Schwarzstein verzauberte gleich vom ersten Ton an mit einem überaus eindringlichen und gefühlvollen Spiel. Seine kongeniale Interpretation stimulierte auch die anderen Musiker zu Höchstleistungen.
Von diesem Klarinettisten möchte man mehr hören. Sein klares und präzises Spiel zeigte den Facettenreichtum der musikalischen Möglichkeiten seines Intstruments ebenso wie die Meisterschaft des 32-jährigen Interpreten.
Als Zugabe spielte Schwarzstein mit seinen Kollegen einen langsamen Tango von Astor Piazola mit dem Titel "Oblivar" (zu deutsch: "Vergessen"). Auch hier beeindruckte der Solist wieder durch seine Sensibilität und seine Spielfreude.
Mit Johann Pachelbls "Kanon" verabschiedete sich das Kammerorchester schließlich von einem begeisterten Publikum. Haas und vor allem Schwarzstein werden den Marburger Musikfreunden nach diesem Abend sicherlich in bester Erinnerung bleiben.
 
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