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Text von Donnerstag, 15. November 2007

> k u l t u r<
  
 Herr der Diebe: Funke-Stoff in der Stadthalle 
 Marburg * (fjh)
Zu Weihnachten 2006 kam der "Herr der Diebe" in die deutschen Kinos. Zu Weihnachten 2007 kommt der Fantasy-Krimi von Cornelia Funke nun auf die Bühne der marburger Stadthalle. Dort feiert die Inszenierung von David Gerlach am Samstag (24. November) um 16 Uhr Premiere.
"Nicht so dunkel wie der Film" soll seine Bühnen-Fassung daherkommen, erklärte der Regisseur am Donnerstag (15. November) im Erwin-Piscator-Haus (EPH) zwischen zwei Proben. Ein farbenfrohes und sehr aufwendiges Bühnenbild habe Axel Pfefferkorn deswegen gestaltet.
Es zeigt verschiedene Lokalitäten des Romans. Darunter befinden sich auch Andeutungen des Markusplatzes in Venedig und des dortigen Doms "San Marco". Das Karrussell darf natürlich auch nicht fehlen.
Das Büro des Detektivs hat Pfefferkorn in ein Hausboot verlegt, das - auf einer Federung - schaukelnd auf die Bühne gezogen wird.
Die Handlung wurde in der Theater-Fassung Stark zusammengekürzt. 2004 wurde diese Version vom Jungen Theater Bonn und 2007 auf der Waldbühne im westfälischen Heessen aufgeführt, wusste Dramaturg Michael Pietsch zu berichten.
In marburg soll "Herr der Diebe" in der Vorweihnachtszeit vor allem vormittags gezeigt werden. Meist finden um 9 und um 11 Uhr Aufführungen vorzugsweise für Schulklassen statt. An Wochenenden wird das Stück auch nachmittags aufgeführt. Gerlach möchte es aber auch nach Weihnachten weiter anbieten.
Um den Schulunterricht nicht zu oft zu verpassen, teilen sich drei Jungs die einzige Rolle, die Gerlach tatsächlich mit einem Kind besetzt hat. Alle anderen Kinder werden hingegen von erwachsenen Schauspielern dargestellt.
Den Roman hat Cornelia Funke im Jahr 2000 herausgebracht. Als er 2004 von Hollywood verfilmt werden sollte, zog die Kinderbuch-Autorin mit ihrer Familie nach Los Angeles. Im Jahr 2005 wählte das Time Magazine die gebürtige Dorstenerin zur "einflussreichsten Deutschen".
Neben ihrer - derzeit ebenfalls von Hollywood verfilmten - "Tintenwelt"-Trilogie ist "Herr der Diebe" das bekannteste Werk der 48-jährigen Bestseller-Autorin. Es erzählt eine Kriminalgeschichte mit Fantasy-Elementen.
Die verwaisten Brüder Prosper und Bo sollen nach dem Wunsch ihrer Tante voneinander getrennt werden. Um das zu verhindern, reißen die beiden aus und schlagen sich nach Venedig durch. Doch die Tante ahnt, wohin ihre beiden Neffen geflohen sind. Sie beauftragt den Privatdetektiv Victor Getz mit der Suche nach den beiden Jungen.
In Venedig haben sich Prosper und Bo inzwischen mit Straßenkindern angefreundet, die im Zuschauerraum eines alten Kinos hausen. Fast täglich bringt Scipio, der rätselhafte "Herr der Diebe" und Anführer der Bande, gestohlene Antiquitäten vorbei, um sie von den Straßenkindern verhökern zu lassen.
Durch einen Zufall kommt Getz aber auf die Spur von Prosper und Bo. Nicht nur dadurch gerät die Gruppe in Gefahr.
Für Kinder ab sechs Jahren hat Gerlach seine Inszenierung ausgelegt. Quintessenz des Stücks ist nach seiner Auffassung "der Traum der Kinder, erwachsen zu sein, während die Erwachsenen davon träumen, wieder ein Kind zu sein". Gerlach möchte dazu ermutigen, die eigenen Träume ernst zu nehmen und zu versuchen, sie wenigstens teilweise zu verwirklichen.
 
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