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Text von Mittwoch, 27. Juni 2007

> s o z i a l e s<
  
 Inder als Verkünder: Neue Seelsorger in Schröck 
 Marburg * (fjh/pm)
Die künftigen Seelsorger für die katholischen Kirchengemeinden St. Michael und St. Elisabeth im marburger Stadtteil Schröck kommen aus Südindien. Das hat der scheidende Schröcker Pfarrer Stefan Krönung am Mittwoch (27. Juni) mitgeteilt.
Prälat Rudolf Hofmann, der Leiter des Bischöflichen Seelsorge-Amtes in Fulda, hatte am Montag (25. Juni) eine Gruppe indischer Priester angeführt, die in Oberhessen Ihre künftige Wirkungsstätte besichtigt hat. Stationen waren Amöneburg, Bauerbach und Schröck.
Der Ordensobere für Deutschland, Pater James Anandaraj Irudayaraj, der zum Abschluß der Rundreise mit Pfarrer Krönung die Messe in der barocken Pfarrkirche St. Michael und St. Elisabeth zelebrierte, war erfreut über zahlreiche interessierte Gemeinde-Mitglieder, die sich zum Gottesdienst eingefunden hatten. Er fasste die Botschaft der Reise in deutscher Sprache zusammen: "Missionare aus Deutschland haben in vielen Ländern der Erde das Evangelium in den vergangenen Jahrhunderten verkündet. Jetzt kommen wir aus Indien, um Dankbarkeit zurückzubringen und die Begeisterung für Jesus Christus zu leben, nicht mit Reichtum, aber mit Herz."
Nach dem Wechsel von Pfarrer Krönung nach Kassel werden künftig Pater Edward und Pater Alexander ab Mittwoch (1. August) in Schröck und in den Pfarrgemeinden des Pastoralverbunds St. Bonifatius Amöneburg arbeiten. Dort werden Sie auch in einer kleinen klösterlichen Gemeinschaft leben und zur Seelsorge in den benachbarten Pfarreien unterwegs sein. Administrator der Pfarrei Schröck ist ab diesem Zeitpunkt Pfarrer Matthias Krieg aus Bauerbach.
Beim Abschlussgespräch mit Vertretern der kirchlichen Gremien und den Geistlichen in Schröck war große Freude über die motivierten jungen Patres aus Südindien zu spüren. Die indischen Seelsorger lernen Deutschland als ein reiches Land kennen. Sie wissen jedoch, dass es auch eine Armut gibt, die man nicht sofort wahrnimmt. Bezieht man Reichtum auf religiöse und geistliche Werte, ist Deutschland nicht reich.
Die Patres zeigten sich sehr beeindruckt von der Warmherzigkeit der Menschen und von der Hilfsbereitschaft der Katholiken. Die indischen Patres gehören zu einer weltweit tätigen Ordensgemeinschaft, die sich " Missionare des heiligen Franz von Sales" nennt. Sie wurde 1838 im französischen Annecy von Pierre-Marie Mermier (1790-1862) gegründet und zählt weltweit mehr als 1.500 Mitglieder.
Dass nun Inder als Pfarrer in Deutschland aktiv sind, verdeutlicht die Probleme der katholischen Kirche bei der Berufung von Priestern. Schon die Zusammenlegung mehrerer Gemeinden zu einem "Pastoralverbund" wegen Priester-Mangels zeigt, dass dem konservativen Katholizismus in Deutschland das Fundament gesellschaftlicher Verankerung schon längst weggebrochen ist.
 
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