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Text von Donnerstag, 21. Juni 2007

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 Vergnügte Alte: Seniorenspielplatz in Marburg? 
 Marburg * (sstadt m
sts
)
"Senioren wollen auch gerne einmal schaukeln", sagte Nürnbergs 2. Bürgermeister kürzlich in einem Interview mit Spiegel-Online. Die fränkische Metropole hat in der Einrichtung von Seniorenspielplätzen deutschlandweit eine Vorreiterrolle eingenommen. Nun hat sich am Mittwoch (20. Juni) erstmalig auch der Sozialausschuss des Marburger Stadtparlaments mit diesem Thema beschäftigt. Vor der Erstellung eines konkreten Umsetzungskonzepts soll der CDU-Antrag zunächst noch im Seniorenbeirat sowie im Kinder- und Jugendparlament beraten werden.
Die herkömmlichen Kinderspielplätze sind für Erwachsene wenig interessant. Während die Kinder spielen, schauen die Eltern oder Großeltern lediglich zu. Die Einrichtung seniorengerechter Freizeit- und Fitness-Geräte könnte den Spielplatz aber zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis von Alt und Jung machen.
In Nürnberg sind beispielsweise eine Boccia-Bahn, ein Riesen-Schachspiel und ein "Aktions-Parcours" mit sieben Fitness-Geräten eingerichtet worden. Ähnliches könnte sich Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) auch für den Spielplatz "Auf der Weide" vorstellen.
Das käme auch den Wünschen der Senioren entgegen. Eleonore Heise vom Seniorenbeirat fand die Idee grundsätzlich begrüßenswert. Es müsste aber auf die besonderen Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren Rücksicht genommen werden. Der Spielplatz sollte möglichst zentral gelegen und gut erreichbar sein. In unmittelbarer Nähe seien unbedingt Toiletten erforderlich. Für einen längeren Aufenthalt seien auch Tische und rückengerechte Bänke unabdingbar.
"Wir stoßen hiermit ein völlig neues Tor auf. Das Miteinander der Generationen wird immer wichtiger werden", sagte Stadtverordnete Ute Mehnert (CDU).
In anderen Ländern wie Spanien oder China sind Seniorenspielplätze bereits gang und gäbe. Gerhard Haberle, Sprecher der AG Nachhaltige Stadtentwicklung, konnte das aus eigener Erfahrung berichten: "Seniorenspielplätze sind keine Mentalitätsfrage, sondern mittlerweile ein weltweites Phänomen."
Die Stadt Nürnberg hat mittelfristig einen Betrag von 200.000 Euro jährlich für den Ausbau generationsübergreifender Angebote in öffentlichen Grünanlagen veranschlagt. In der Stadt Hagen ist bereits ein ähnliches Projekt angelaufen, wobei auch versucht wird, EU-Mittel zur Finanzierung zu requirieren.
 
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