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Text von Donnerstag, 24. Mai 2007

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 Geringschätzung: JuSos kritisieren CDU-Angriffe 
 Marburg * (ule/pm)
Als "geistige Brandstifter" haben die Marburger Jungsozialisten (JuSos) die ortsansässige CDU am Donnerstag (24.Mai) tituliert. Damit reagierten sie auf einen Antrag der CDU-Stadtfraktion. Darin hatten die Christdemokraten die Generalüberprüfung zweier islamischer Vereine gefordert.
Hintergrund ist das Vorhaben der beiden islamischen Vereine Orientbrücke und HADARA, in der Frauenbergstraße ein islamisches Gemeinde- und Kulturzentrum zu errichten.
"Die heimische CDU hat dies zum Anlass genommen, um sich zum wiederholten Male auf Kosten von Minderheiten zum profilieren und Ängste zu schüren", erklärte Timo Paul. Der Vorsitzende der Marburger Jusos verwies darauf, dass sich die beiden Vereine seit vielen Jahren in der Stadt Marburg engagierten. Mit ihrem Antrag suggeriere die CDU, "dass es sich um verfassungsfeindliche Islamisten" handle, schimpfte Paul.
Er kritisierte vor allem, dass es die "CDU-Protagonisten bisher offensichtlich nicht für nötig erachtet haben, das Gespräch mit Vertretern der beiden Vereine zu suchen".
Mit dem Erwerb des Gebäudes der Marburger Bank gegenüber vom Südbahnhof wollen die Vereine auf die stetig wachsende Zahl neuer Gemeindemitglieder reagieren. Die aktuellen Kapazitäten am Marbacher Weg werden diesen Anforderungen nicht mehr gerecht.
In einer von den Jusos organisierten Veranstaltung am Dienstag (22. Mai) im CafŠ Lavari erklärten Dr. Ahmed Atallah vom Verein HADARA und Dr. al Zayat von der "Orientbrück"e den Anwohnern ihre Motive.
"Unser Ziel ist die Integration der Marburger Muslime in die Gesellschaft", sage Atallah. "Wir möchten eine Brücke zwischen Migranten und Deutschen herstellen". Damit machte er deutlich, worum es bei den Planungen wirklich geht: ein für Jedermann offenes Zentrum.
Um so abwegiger erscheinen Paul daher die Aussagen der CDU, die sich in die "populistischen Traditionen von Roland Koch und Frank Gotthardt" einzuordnen versuchten.
"Nicht zum ersten Mal wird auf Kosten von Ausländern Stimmung gemacht" beklagte Paul. Damit erinnerte er an die Unterschriftenkampagne der hessischen CDU gegen die doppelte Staatsbürgerschaft 1999"
Die Marburger Jusos wollen sich in den nächsten Wochen für die Errichtung des islamischen Kultur- und Gemeindezentrums einsetzen. Nachdem die Öffentlichkeit durch die Veranstaltung am Dienstag bereits einbezogen wurde, wollen die jungen Sozialdemokraten den Magistrat und die Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung auffordern, die beiden Vereine bei der Eröffnung des Zentrums zu unterstützen.
 
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