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Text von Sonntag, 1. April 2007

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 Das jüngste Gerücht: Kommt der Papst nach Marburg? 
 Marburg * (fjh)
Hohen Besuch soll Marburg zum 800. Geburtstag der Heiligen Elisabeth am 7. Juli 2007 bekommen. Deswegen ist am Sonntag (1. April) unbestätigten Gerüchten zufolge Monsignore Jokus Apriliae aus Rom in Marburg eingetroffen. Er solle hier den Besuch des Papstes Benedikt XVI. vorbereiten, hieß es.
Der Gesandte des Vatikan hat jede Äußerung zum Grund seines Besuchs in der mittelhessischen Universitätsstadt abgelehnt. Er sei "ein einfacher Pilger auf den Spuren der Heiligen Elisabeth", beteuerte der katholische Geistliche.
Gewöhnlich gut unterrichtete Kreise hingegen wollen wissen, dass der Papst in der Elisabethkirche einen Gottesdienst zelebrieren wolle. Dafür seien aber noch erhebliche protokollarische Schwierigkeiten zu bewältigen. Schließlich ist die Kirche seit der Reformation evangelisch.
In der "Heiligen-Verehrung unserer evangelischen Brüder und Schwestern im Zuge des Elisabeth-Jahres" sieht Apriliae aber "einen schönen Schritt auf dem schwierigen Pfad der Ökumene". Der heutige Papst habe ja bereist seit seiner Berufung ins Amt des vatikanischen Inquisitors die Unterwerfung der evangelischen Christen unter die wesentlichen Glaubenslehren der Katholischen Kirche zur Bedingung einer gemeinsamen Eucharistie gemacht.
Nicht ausdrücklich dementieren wollte Apriliae die Vermutung, Josef Ratzinger könnte in der Elisabethkirche die Selig-Sprechung seines Amtsvorgängers verkünden. "Die Heilig-Sprechung unseres geliebten Heiligen Vaters Johannes Paul II. wird sicherlich in Polen stattfinden", entgegnete der päpstliche Gesandte darauf.
"Die Elisabethkirche ist ein Ort, an dem die Caritas verehrt und ihre heilige Kraft in Gestalt von Sankt Elisabeth angebetet wird." Gerade diese Caritas habe auch Johannes Paul II. am Herzen gelegen.
Zurückgewiesen hat Apriliae Gerüchte, Benedikt XVI. wolle mit seinem Besuch in Marburg einen "Coup gegen die Evangelischen" landen. Behauptungen, ihn störe das häufige Auftreten des EKD-Ratspräsidenten Wolfgang Huber in deutschsprachigen Medien bei katholischen Festivitäten, wies Apriliae zurück: "Der Heilige Vater kennt keinen Neid. Bischof Huber ist ein gern gesehener Gast bei Sammel-Audienzen des Papstes."
Weitere Erklärungen wollte Apriliae nicht abgeben. Er müsse nun eilig weiter. Als nächstes Ziel wolle er nun den Forsthof besuchen, wo einst seine Ururgroßtante gewirkt habe. Schließlich sei er "allein als Tourist und Pilger in Marburg".
 
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