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Text von Montag, 26. März 2007

> k u l t u r<
  
 Tänze der Welt: Bewegendes Konzert in Kirche 
 Marburg * (fjh)
Einen musikalischen "Tanz um den Globus" brachte das Barock-Ensemble "Solamente Naturali" am Sonntag (25. März) in der Elisabethkirche zu Gehör. Dieses Konzert bildete den gelungenen Abschluss des Fest-Wochenendes zum Auftakt des Elisabeth-Jahrs 2007.
Kapellmeister Milos Valent nahm die knapp 200 Besucherinnen und Besucher mit auf eine musikalische Weltreise. Immer abwechselnd spielte das Orchester Tänze aus historischen Volkslied-Sammlungen und darauf aufbauende Barock-Kompositionen. In aller Regel handelte es sich dabei um Werke von Georg Philipp Telemann. Nur das Volkslied aus Italien präsentierten die Musiker aus Bratislawa anschließend in einer Bearbeitung von Antonio Vivaldi.
Gleich zu Beginn gelang es ihnen, das Publikum mit ihrer stimmungsvollen Darbietung zu verzaubern: Das Licht im Kirchenschiff wurde gelöscht. Nur auf dem Altar brannten noch einige Kerzen. Ansonsten leuchteten nur die kleinen Lämpchen an den Notenständern.
Leise gab der gezupfte Kontrabass dann den Rhythmus vor. Allmählich stimmten die anderen Instrumente mit ein. Nach und nach wurde die Musik lauter.
Was beinahe wie Jazz aus dem 20. Jahrhundert klang, war zum Erstaunen des Publikums jedoch eine Komposition Telemanns aus dem 18. Jahrhundert.
Auch im weiteren Verlauf des Programms verblüfften die Musiker ihre Zuhörerschaft mitunter. Ihr Konzert bildete eine Mischung aus leichter und beschwingter Unterhaltung, kultureller Erbauung und einem fast unbemerkten Musik-Unterricht. Dem Komponisten Georg Philipp Telemann schauten die Slowaken gemeinsam mit dem Publikum über die Schulter und zeigten, was er aus den Volkslied-Vorlagen herausholte.
Vor allem bei Musik aus dem Balkan zeigte der Kapellmeister an der Geige sein virtuoses Können. Doch das 14-köpfige Orchester stand ihm in Präzision und Spielfreude kaum nach. Besonders die Flötistin verzauberte die Zuhörer in der gothischen Kirche ebenso wie ihr fidelnder Dirigent.
Das türkische Volkslied kurz vor Schluss erinnerte frappierend an Maurice Ravels "Bolero". Wenn aber jemand hier eine Vorlage nachempfunden hat, dann ist das Ergebnis mit Sicherheit der berühmte "Bolero". Denn das türkische Stüdk ist mindestens 200 Jahre älter als diese weltberühmte Komposition.
Mit diesem Lied als Zugabe erfreuten die Musiker die begeisterten Besucher des kostenlosen Konzerts am Ende gleich noch einmal. So begleiteten sie einen wunderschönen Abend zu einem stimmungsvollen Ausklang.
 
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