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Text von Mittwoch, 21. März 2007

> k u l t u r<
  
 Lust: Liederabend feiert Premiere 
 Marburg * (atn)
Ein neuer Wittenbrink hält demnächst auf Marburgs Theater-Bühne Einzug: "Lust" ist Franz Wittenbrinks neuestes Werk. Am Samstag (24. März) feiert der szenische Liederabend in einer Inszenierung von Ekkehard Dennewitz Premiere im Theater am Schwanhof.
Wittenbrink schreibt kleine Geschichten und erzählt sie in Liedern. Aus klassischer Musik, Kunst- und Volksliedern, bekannten Schlagern und Pop-Liedern stellt er seine Themenabende zusammen. Oft sitzt er dabei als Regisseur auch selbst am Klavier.
Nach "Sekretärinnen" und "Mütter" wird auch "Lust - eine Schrubber-Revue" im Theater am Schwanhof aufgeführt. Das Stück entstand im Jahr 2006. Mehrere Monate lang wurde es erfolgreich im Hamburger St.-Pauli-Theater aufgeführt.
St. Pauli und Lust - wer denkt da nicht, dass das irgendwie zusammengehört? Wenig überraschend ist dann, dass "Lust" in einem Table-Dance-Lokal spielt. Doch zu sehen sein werden nicht etwa leicht bekleidete Damen, die sich erotisch um Stangen winden. Wittenbrink schickt in "Lust" fünf Damen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Nationalität zum Putzen in den Nachtclub.
Von morgens um sechs bis nachmittags um drei - natürlich nur im Stück - schwelgen Uta Eisold, Franziska Knetsch, Franziska Endres und Ulrike Knobloch dort in ihren Träumen und Sehnsüchten. Natürlich machen sie auch ihrem Ärger über die Männer Luft.
Thomas Streibig taucht als Philosoph auf. David Gerlach steckt gleich in fünf Rollen: Ob als Ehemann, als albanischer Fleischer, Matrose oder Bar-Besitzer, zu sagen hat er nur etwas in seiner Rolle als Inspektor des Ordnungsamts.
Die Sachs-Band spielt "Lust" in 41 Nummern und etwa zwei Stunden inklusive Pause. Der musikalische Geschichten-Abend führt von Kunstliedern von Hugo Wolf über bertolt Brechts "Schiff mit acht Segeln" bis zu echtem "Tina-Turner-Rock´n Roll". Dabei orientiert sich die Story nicht an dem eigentlichen Sinn der altbekannten Lieder, sondern an einer ganz eigenen, überraschenden Wittenbrink'schen Logik.
Wer also Lust auf "Lust" bekommen hat, kann am Samstagabend von dem neuen Wittenbrink kosten. Der Abend bietet neben der "Lust"-Premiere auch gleich noch eine zweite: die Berlinerin Knetsch stellt sich in Wittenbrinks Stück zum ersten Mal dem Marburger Publikum vor. Spannend wird sicherlich das eine wie das andere.
 
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