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Text von Montag, 25. Juni 2007

> s o n s t i g e s<
  
 Schläger: Böse Häufung von Brutalität 
 Marburg * (fjh/pm)
Gleich von vier brutalen Vorkommnissen in Marburg musste die Polizei am Montag (25. Juni) berichten. Entweder hatten es gewalttätige Schläger auf das Eigentum harmloser Passanten abgesehen, oder aber die Angreifer befriedigten "nur" ihre Aggressionen. In jedem Fall sollte diese Häufung von Gewalt zu denken geben!
Schläge und Tritte erhielt ein 21-jähriger Mann aus Wehrda am Samstag (23. Juni) gegen 23.45 Uhr, nachdem er die geforderte Herausgabe von Geld abgelehnt hatte. Wenn er auch verletzt wurde, so gelang ihm doch rechtzeitig die Flucht. Das unter Alkoholeinfluss stehende Opfer ließ sich im Universitätsklinikum ambulant behandeln.
Der Mann hatte gegen 23.30 Uhr eine Diskothek an der Siemensstraße verlassen und war in Richtung Stadtmitte gegangen. Nahe der Einfahrt eines Baustoffhandels sprach eine von sechs dort stehenden Personen ihn an und verlangte Geld. Der junge Mann gab zu verstehen, dass er niemandem Geld gebe. Dann setzte er seinen Weg fort.
Während einer aus der Gruppe ihn festhielt und auf seinen Mut ansprach, rissen ihn andere um und traktierten ihn mit Fäusten und Füßen. Das Opfer konnte jedoch flüchten. In einem Versteck konnte der Mann sich seinen Verfolgern entziehen. Kurz darauf waren alle verschwunden.
Es liegt nur eine vage Beschreibung eines der mutmaßlichen Täter vor. Dabei soll es sich um einen etwa 16-jährigen Jungen mit dunklen Haaren gehandelt haben. Er sei etwa 1,60 Meter groß und sportlich sowie weiß gekleidet gewesen.
Möglicherweise stehen die sechs Personen vom Baustoffhandel auch im Zusammenhang mit diversen anderen Streitigkeiten, die sich kurz vor und nach Mitternacht nahe der Diskothek ereignet haben.
Auch auf seinem Heimweg von der Lahn über die Konrad-Adenauer-Brücke zur Zeppelinstraße bekam ein 18-jähriger Schüler Ärger. Der junge Mann ging am Freitag (22. Juni) gegen 2 Uhr über die Treppe zur Brücke hinauf und sah zehn bis 20 Jugendliche an der dortigen Bushaltestelle stehen.
Auf seinem weiteren Weg bemerkte er, dass jemand an dem Rucksack auf seinem Rücken hantierte. Er drehte sich um und sah sich einem etwa 16- bis 17-jährigen Jugendlichen gegenüber, der helle HIP-HOP-Kleidung trug und dunkelblonde gegeelte Haare hatte. Er war etwa 1,80 Meter groß.
Dieser Jugendliche sagte mit sarkastischem Unterton: "Jetzt habe ich mich aber erschreckt". Dann drehte er sich um und ging davon. Auch der Schüler setzte seinen Weg zur Zeppelinstraße fort.
Allerdings bemerkte er kurze Zeit später wiederum jemanden hinter sich. In dem Augenblick, als er sich umdrehte, erhielt er einen Faustschlag gegen sein Auge und fiel zu Boden. Die Person von vorher stand über ihm. Diesmal befand sich der Jugendliche in Begleitung eines etwas größeren und dunkel gekleideten Mannes mit dunklen, an den Spitzen blondierten Haaren. Die beiden sprachen kein Wort, drehten sich nach dem Schlag um und gingen.
Die Polizei Marburg ermittelt wegen Körperverletzung und sucht Zeugen des Vorfalls.
Nach einer anderen Auseinandersetzung ermittelt die Polizei ebenfalls. Sie hat sich am Sonntag (24. Juni) gegen 1 Uhr in der Biegenstraße vor der Stadthalle ereignet. Eine größere Gruppe junger Männer im Alter zwischen 16 und 18 Jahren stritt mit einem Mann und einer Frau, die von einer Veranstaltung aus der Stadthalle kamen. Sie schütteten über das Gesicht und die Kleidung der 30-jährigen Lehrerin aus Marburg eine - wahrscheinlich alkoholische - Flüssigkeit und versetzten ihr zusätzlich einen leichten Schlag ins Gesicht.
Ihr 46-jähriger Begleiter folgte daraufhin der Truppe, die zwischenzeitlich die Straßenseite gewechselt hatte. Als er die jungen Männer forsch auf ihre Verhaltensweise zur Rede stellte, erhielt er ebenfalls einen leichten Faustschlag.
Die beiden Lehrer trugen keine sichtbaren Verletzungen davon. Die Aggressionen gingen auch nur von wenigen aus der Truppe von etwa zehn jungen Leuten aus.
Eine genauere Personenbeschreibung liegt nicht vor. Möglicherweise haben Zeugen das Geschehen aber bemerkt, da es auch zu einem lauten Streitgespräch wegen des verschütteten Alkohols gekommen ist.
Weil eine aufmerksame Kassiererin nach dem Ausweis fragte, rastete ein 16-Jähriger völlig aus. Er stieß sowohl der Kassiererin gegenüber als auch der herbei gerufenen Ladendetektivin und den zur Verstärkung notwendigen Polizeibeamten heftigste und übelste Beleidigungen aus. Er bespuckte dabei sogar seine Gegenüber.
Seine zunehmende Aggressivität führte dazu, dass er der Ladendetektivin eine Kopfnuss gab, die bei ihr zu einer dicken Lippe führte. Ursache für diesen Ausraster war der Wunsch des Jungen, ein Videospiel zu erwerben, dessen Altersbeschränkung bei 18 Jahren liegt. Da die Kassiererin den potentiellen Käufer jünger einschätzte, erbat sie richtigerweise die Vorlage des Ausweises.
Der beabsichtigte Einkauf in dem Elektronik-Markt in Marburgs Mitte endete mit einem unfreiwilligen Besuch bei der Polizei und etlichen Anzeigen.
 
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