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Text von Donnerstag, 26. Oktober 2006

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 Reizlos: Schüler-Informationstag Physik 
 Marburg * (sts)
"Physik gilt als unsexy", begründete Dr. Ralf Leutz vom Fachbereich Physik an der Philipps-Universität die geringe Zahl weiblicher Studenten. Der 9. Physik-Workshop für Schülerinnen und Schüler von Mittwoch (25. Oktober) bis Freitag (27. Oktober) diente auch dazu, mit diesem Vorurteil aufzuräumen. Von rund 80 Teilnehmern der Jahrgangsstufen 12 und 13 waren dennoch 90 Prozent Jungen.
"Der Workshop besitzt im Fachbereich schon eine Tradition. Er dient aber nicht mehr in erster Linie dazu, mehr Studenten für das Fach Physik zu gewinnen", sagte Dr. Matthias Born. Vor Jahren noch seien manchmal nur dreißig oder vierzig Studien-Anfänger zu verzeichnen gewesen. Für das laufende Semester seien es nun 149
"Wir stoßen an die Grenzen unserer Kapazitäten", berichtete Born. Dennoch freute sich der Elektronik-Experte darüber, dass in seinem Experimentier-Kurs "Elektronik zum Anfassen - Wir bauen eine elektrische Schaltung" am Mittwoch nur Schüler saßen, die alle ein Physik-Studium anstreben: "Das habe ich noch bei keinem der vorangegangenen Workshops erlebt."
Mit Lötkolben "bewaffnet" konnten die Schüler in Borns Kurs eigenhändig einen a-stabilen Multi-Vibrator bauen. Diese kompliziert klingende - aber einfache - Schaltung ist beispielsweise in jedem Auto-Blinker zu finden.
Das Programm des Workshops umfasste insgesamt elf Experimente und vier Plenar-Veranstaltungen. Dort beleuchtete Dr. Andreas Schimpf das Wesen der Gravitation. Prof. Dr. Bruno Eckardt erklärte, warum Brücken zu schwingen beginnen.
Im Zentrum der drei naturwissenschaftlichen Einblick-Tage standen aber Experimente aus allen Teilbereichen der Physik. "Die Schüler sollen vor allem die praktischen Anwendungsgebiete der Physik kennen lernen", sagte Leutz.
Er demonstrierte in seinem Kurs die Licht-Konzentration mit Hilfe eines modernen Sonnenkollektors. "Wer dieses Gerät verstanden hat, kann sofort in einem entsprechenden Unternehmen arbeiten", prognostizierte Leutz.
Einen kleinen Seitenhieb auf die - bei weiblichen Studenten ungleich beliebtere - Nachbar-Wissenschaft Biologie konnte er sich auch nicht verkneifen ":Wenn man erst einmal die Gummi-Stiefel ausgezogen hat und nur noch im Labor vor dem Elektronen-Mikroskop steht, dann ist Bio auch unsexy."
 
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