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Text von Mittwoch, 25. Oktober 2006

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 Ausgezeichnet: Welcome Centre für fremde Profs 
 Marburg * (fjh/pm)
Im Wettbewerb um die besten Ideen zum Aufbau eines "Welcome Centre für internationale mobile Forscherinnen und Forscher" hat die Philipps-Universität erfolgreich abgeschnitten. Ausgeschrieben hatten diesen Wettbewerb die Alexander-von-Humboldt-Stiftung, die Deutsche Telekom und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft im Frühjahr 2006.
Ihr Konzept für eine Rundum-Betreuung ausländischer Forscher wird mit 100.000 Euro gefördert. Damit hat sich die Philipps-Universität - gemeinsam mit den beiden anderen Gewinnerinnen Bonn und Bochum - unter 32 Bewerbern durchgesetzt.
Ausgezeichnet wurden Hochschulen, die mit innovativen Konzepten dafür sorgen, dass sich ausländische Forscherinnen und Forscher dort willkommen fühlen und Rahmenbedingungen vorfinden, die ihnen die volle Konzentration auf ihre Forschungsarbeit ermöglichen.
"Mit einem hervorragenden Welcome Centre werden wir künftig noch leichter Spitzen-Forscher nach Marburg holen", hofft Universitätspräsident Prof. Dr. Volker Nienhaus. "denn unser neuer Service wird den Forschern viel Zeit und Mühen ersparen. Deren Zeit ist zu wertvoll, um sie - mehr als unbedingt nötig - für Administration zu verwenden."
Wenn eine Hochschule für internationale Wissenschaftler attraktiv sein will, müsse der Service zur sozialen Integration der ausländischen wissenschaftlichen Gäste der Qualität der Wissenschaft entsprechen. Das Innovative am Marburger Antrag sei unter anderem die Einbeziehung von emeritierten und pensionierten Wissenschaftlern als Mentoren für die ausländischen Gäste.
"Gerade für die subtilen interkulturellen Probleme haben die Gäste hier eine Vertrauens-Person, die ihnen beim Verstehen der deutschen Gepflogenheiten helfen kann", erläuterte Thomas Komm. Er ist in der Philipps-Universität für internationale Beziehungen zuständig.
Probleme könnten beispielsweise entstehen, wenn ein deutscher Wissenschaftler ablehnend reagiert auf die Ansprache mit seinem Vornamen oder wenn der Gast sich diskriminiert fühlt, weil er keine Einladungen zum Abendessen bei seinen Kollegen bekommt, was in seiner Heimat-Kultur Standard ist.
Insgesamt soll das "Welcome Centre" die notwendigen Informationen und Unterstützungen zentral bereitstellen, um so die Fachbereiche und Wissenschaftler von dem erheblichen zeitlichen Aufwand bei der administrativen Betreuung ihrer wissenschaftlichen Gäste zu entlasten und darüber mehr Zeit für fachliche und soziale Kontakte zu gewinnen. Die nach Marburg kommenden Forscherinnen und Forscher sollen von Anfang an das Gefühl haben, dass sie nicht nur als Experten in wissenschaftlichen Einrichtungen, sondern auch als Kollegen in der Marburger akademischen "Community" herzlich willkommen sind.
Das "Welcome Centre" bietet ausländischen Gast-Wissenschaftlern eine Fülle an Dienstleistungen: Dazu gehört zum Beispiel ein personalisiertes Informations- und Unterstützungs-System, über das bereits vor der Anreise rechtliche oder andere relevante persönliche Fragen abgeklärt werden können.
Mit der Entwicklung eines "Welcome Centre" vervollständigt und professionalisiert die Philipps-Universität ihr Angebot für internationale Gäste. Die Kette von innovativen und international ausgerichteten Strukturen reicht dann lückenlos von der Bachelor- und Master-Ausbildung über das Promotions-Studium bis hin zum Aufbau eines "Welcome Centre" für internationale Gast-Wissenschaftler.
Dabei soll das "Welcome Centre" als zentrale Einrichtung nicht nur ausländischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen dienen, die sich zeitweise in Marburg aufhalten werden, sondern auch jene Deutschen unterstützen, die von einer ausländischen Hochschule nach Marburg berufen werden. Viele der Fragen, die für die reibungslose Integration in Marburg zu beantworten sind, stellen sich auch für wissenschaftliches und nichtwissenschaftliches Personal, das von anderen Orten aus Deutschland nach Marburg kommt. Auch hierfür kann die - sich im "Welcome Centre" bündelnde - Kompetenz genutzt werden.
 
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