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Text von Dienstag, 11. July 2006

> b i l d u n g<
  
 In Ohren: Besser leben mit Tinnitus 
 Marburg * (fjh/pm)
Für seine Tinnitus-Studie sucht der Fachbereich Psychologie der Philipps-Universität noch Teilnehmer. Diesewissenschaftliche Studie untersucht die Wirksamkeit einer Bio-Feedback-gestützten Bewältigungstherapie zur Behandlung des chronischen Tinnitus.
Nach einer Studie der Deutschen Tinnitus-Liga leiden allein in Deutschland fast drei Millionen Erwachsene unter chronischem Tinnitus. Durch medizinische Therapieverfahren kann ein chronischer Tinnitus jedoch nur selten behoben werden. In der Marburger Tinnitus-Studie steht deshalb die Bewältigung der Tinnitus-bedingten Belastung im Vordergrund.
Die ersten Ergebnisse von 50 Patienten sind sehr vielversprechend. So zeigte sich bei mehr als achtzig Prozent der behandelten Patienten eine deutlich verringerte Tinnitus-Beeinträchtigung sowie eine Verringerung der wahrgenommenen Lautheit des Tinnitus. Des Weiteren konnten Patienten der Therapiegruppe ihren Tinnitus nach der Therapie besser kontrollieren, was zu einer Steigerung der Lebenszufriedenheit führen kann.
Hinsichtlich der Muskel-Aktivität zeigten sich ebenfalls tendenzielle Verbesserungen. Jedoch sind die Auswertungen diesbezüglich noch nicht abgeschlossen.
Bio-Feedback ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren der Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin, das hohen Erfolg verspricht, ohne Nebenwirkungen zu zeigen. Mit Hilfe von Bio-Feedback können körperliche Prozesse wahrnehmbar gemacht werden, die normalerweise unbewusst ablaufen.
Dazu werden Körper-Signale wie Muskel-Anspannung gemessen und dem Betroffenen über einen Bildschirm zurückgemeldet. Kleinste Veränderungen werden somit "sichtbar".
Der Betroffene kann mit Bio-Feedback lernen, körperliche Funktionen bewusst zu beeinflussen, mögliche Fehlhaltungen zu korrigieren und die allgemeine Anspannung zu verringern, wodurch sich das körperliche und psychische Wohlbefinden steigern lässt.
Die in der Marburger Studie mittels Bio-Feedback erzielten Erfolge zeigen, dass der Tinnitus mit dem hier entwickelten Training erfolgreich beeinflusst und besser bewältigt werden kann.
Betroffene aus dem weiteren Umkreis von Marburg, die Interesse an einer Behandlung haben und stark unter ihrem Tinnitus leiden, können weiterhin in die Studie aufgenommen werden. Die Behandlung besteht aus etwa zwölf Sitzungen, die ein- bis zweimal wöchentlich ambulant in Marburg stattfinden.
 
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