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Text von Mittwoch, 7. Juni 2006

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 Klügeres Vorgehen: Juso-Debatte über Bildung 
 Marburg * (sts)
"Vielleicht gibt es gar kein allein selig machendes System einer gerechten Bildungs-Finanzierung", sagte Universitäts-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne. Er war genauso wie die Landtagsabgeordneten Anne Oppermann (CDU) und Dr. Thomas Spies (SPD) der Einladung der Juso-Hochschulgruppe zu einer Podiumsdiskussion am Dienstag (6. Juni) zum Thema "Gerechte Bildungsfinanzierung" ins Hörsaalgebäude gefolgt. Auch die Landes-Schülersprecherin Katharina Kappelhoff und Benjamin Brandt von der Juso-Hochschulgruppe saßen mit auf dem Podium.
Oppermann verteidigte die Politik der hessischen Landesregierung im Bezug auf Studiengebühren. Der vorliegende Gesetzentwurf von darlehensfinanzierten Studiengebühren sei sozialverträglich und hielte niemanden von der Aufnahme eines Studiums ab. Spies meinte hingegen, dass die Landesregierung mit den Gebühren genau die "falsche Entscheidungsrichtung" einschlage. Die Universitäten müssten über Steuern finanziert werden. Nur das sei sozial gerecht.
"Wir wollen rund zehn Prozent mehr Studierende haben. Doch gerade bildungsferne Schichten werden durch die Studiengebühren abgeschreckt", monierte er weiter.
Eine pragmatische Sichtweise äußerte Nonne: "Wir sind in Marburg total unterfinanziert. Jede Mehreinnahme ist zunächst mal positiv." Doch machte er auch deutlich, dass Studiengebühren nur unter ganz bestimmten Rahmenbedingungen akzeptabel seien. Die Rückzahlung der Darlehen dürfte beispielsweise erst beim Überschreiten einer Einkommensgrenze von rund 3.000 Euro fällig werden. Im Gesetzentwurf sind derzeit 1.000 Euro vorgesehen.
Etwa 15 Millionen Euro könnte die Philipps-Universität jährlich durch die Studiengebühren einnehmen. "Bei der ursprünglich einmal vorgesehenen, stufenweisen Erhöhung des Hochschulpaktes hätte Marburg diese Summe schon längst bekommen", erklärte Spies.
Nur in einem Punkt herrschte Einigkeit: Bildung sei die entscheidende Fortschritts-Investition für Deutschland. Doch wer nun wann und wieviel zu investieren hat, darüber wird der Streit wohl noch lange weitergehen.
 
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