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Text von Montag, 8. Mai 2006

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 Proteste an der Uni: Studis gegen Studiengebühren 
 Marburg * (fjh)
Mit einer Protestaktion haben sich Studierende am Montag (8. Mai) gegen die geplante Erhebung von Studiengebühren gewehrt. Den Haupteingang zumVerwaltungsgebäude der Philipps-Universität hatten Demonstrierende mit Brettern und Ketten symbolisch verriegelt.
Den gesamten Tag über von 9 bis 18 Uhr blieb das Gebäude an der Biegenstraße geschlossen. Knapp 200 Studierende hatten sich vor dem Haupteingang versammelt, um auf ihr Anliegen hinzuweisen. Sie wehren sich gegen die Pläne des hessischen Wsisenschaftsministers Udo Corts, Studiengebühren von 500 bis 1.500 Euro pro Semester einzuführen.
Das Haupt argument dagegen liefert der Artikel 59 der Hessischen Verfassung. Er legt fest, dass Unterricht an Schulen und Hochschulen kostenfrei ist.
Da die Landesverfassung nur per Volksentscheid geändert werden könnte, hat Corts sich der Dienste des Berliner Verwaltungsrechtlers Christian Graf Pestalozza bedient. Der Jurist behauptete in einem Gutachten, die Einführung von Studiengebühren sei auch in Hessen verfassungskonform, wenn Studierende dafür Darlehen erhielten, die sie nach Abschluss des Studiums bei entsprechendem Verdienst wieder abzahlen.
Die Studierenden hingegen sehen in den Gebühren eine weitere Behinderung des Zugangs zur Bildung gerade für Menschen aus weniger wohlhabenden Familien. Zudem wollen sie nicht glauben, dass das dadurch eingenommene Geld tatsächlich den Universitäten und damit ihrer Ausbildung zugute kommen soll, wie Corts beteuert.
Noch im Mai möchte die CDU-Landesregierung ein Gesetz zur Einführung der Studiengebühren verabschieden. Dagegen plant der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AstA) weitere Protestaktionen.
Bereits am Samstag (6. Mai) waren Studentinnen und Studenten in einem Demonstrationszug durch Marburg gezogen. Ihre Parole lautete: "Wir sind hier und wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!"
 
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