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Text von Mittwoch, 26. April 2006

> b i l d u n g<
  
 Erklärt: 1.400 Stellen weniger im Klinikum 
 Marburg * (fjh)
Rund 1.400 Stellen sollen am Universitätsklinikum Gießen und marburg mittelfristig abgebaut werden. Das hat die Rhön-Klinikum AG als neuer Betreiber des mittelhessischen Krankenhauses am Mittwoch (26. April) angekündigt.
Das zur Jahresmitte 2005 fusionierte Klinikum wurde zum Jahreswechsel als erste Universitätsklinik Deutschlands privatisiert. Damals hatten Kritiker bereits einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen befürchtet.
CDU-Ministerpräsident Roland Koch hatte dem jedoch entgegengehalten, dass mit dem Verkauf des Klinikums Arbeitsplätze gesichert würden. Bis Ende 2010 gilt für die Beschäftigten eine Bestandsgarantie: Bis zu diesem Zeitpunkt sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Das hatte die Rhön-Klinikum AG dem Land Hessen vertraglich versichern müssen.
Vom 1. Januar 2011 an müssen dann jedoch zehn bis 15 Prozent der heute rund 9.500 Beschäftigten beider Standorte um ihre Arbeitsplätze bangen. Für die mittelhessische Region sei ein Arbeitsplatz-Abbau in dieser größenordnung ein herber Schlag, meite Frank Kaufmann von den Grünen im Hessischen Landtag.
Der Marburger SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Spies mahcte für diese Entwicklung ebenso wie Kaufmann die Landesregierung verantwortlich. Nun sei die Katze aus dem Sack gelassen worden, erklärte er. Damit seien die schlimmsten Befürchtungen wahr geworden.
Bis zum Jahresende will die Rhön-Klinikum AG ihre Neuerwerbung in die Gewinnzone bringen. Rote Zahlen sollen dann der Vergangenheit angehören, hieß es bei der Bilanzpressekonferenz des größten privaten Krankenhaus-Betreibers Deutschlands am Mittwoch in Frankfurt.
Der Gewinn der gesamten Gruppe ist im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht angestiegen, während der Umsatz um runde 30 Prozent im Jahr 2005 höher lag als im Vorjahr.
Eine derart lukrative Entwicklung soll nach dem willen des bayerischen Klinik-Betreibers auch das mittelhessische Universitätsklinikum nehmen. Dafür seien Umschulungen von Mitarbeitern und der angekündigte Personalabbau erforderlich.
Verärgert auf die Ankündigung reagierte der Personalratsvorsitzende Klaus Hanschur. Noch am Dienstag hätten Vertreter der Personalräte mit dem beteiber zusammengesessen und sich dabei auch nach der künftigen Personalplanung erkundigt. Da habe es geheißen, derartige Planungen existierten derzeit noch nicht. Nur einen Tag später veröffenltichte das Unternehmen sie dann aber bei seiner Bilanzpressekonferenz.
 
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