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Text von Freitag, 31. März 2006

> b i l d u n g<
  
 Millionen retten: AIDS-Prävention in Tansania 
 Marburg * (amd)
Besonders in den afrikanischen Ländern ist die Sterberate aufgrund von AIDS sehr hoch. Um AIDS oder HIV näher zu beleuchten, fand am Donnerstag (30. März) im Eine-Welt-Laden ein Informationsabend zum Thema "HIV-Prävention in Tansania" statt. Zwei Mitarbeiter der Nichtregierungs-Organisation "White Orange"berichteten über die gegenwärtige Situation und ihre Arbeit.
In Tansania, das mehr als doppelt so groß ist wie Deutschland, leben 43,5 Millionen Menschen. Davon sind in den Dörfern durchschnittlich 5% an HIV erkrankt.
In den Städten sind es sogar 11%.
Auf der ganzen Welt sind 40 Millionen Menschen infiziert. 95 Prozent leben in den Ländern der Dritten Welt. In den Staaten südlich der Sahara sind zwei Drittel davon beheimatet.
Im Jahr 2004 gab es in diesem Gebiet insgesamt 25 Millionen erkrankte Kinder und Erwachsene. Dan starben 2 Millionen Menschen. 5 Millionen haben sich neu infiziert.
Um diesen hohen Zahlen entgegen zu wirken, gründete sich 1987 in Tansania die "White Orange"-Organisation. Das "White" steht für das hohe Ziel, das sich die Mitglieder gesetzt haben. "Und wenn man gute Ziele hat, dann erntet man auch gute Früchte." Erklärte einer der Sprecher die Bedeutung der "Orange".
Ziel ist, die Zahl der Neuinfizierten zu verringern. "Dazu fangen wir unten bei den Jugendlichen an." Berichtete der Tansanier. Sie unterrichten die Jugendlichen in ihren Schulen.
Dort wird ihnen erklärt, was HIV ist, wie es entsteht und wie man sich davor schützt. Zu solchen Aktionen werden auch oft die Eltern eingeladen
Sie kennen meist die Gefahr. Doch da Aids lange Zeit ein Tabu-Thema war, erzählen sie ihren Kindern für gewöhnlich nichts
darüber.
Die Kinder, denen durch den Unterricht die Gefahren klar geworden sind, erzählen dies dann in ihren Dörfern. Das zumindestens hofft die Organisation.
Weitere Aktivitäten bestehen darin, auf Festen Aufklärung zu betreiben. Es werden auch Camps für Straßenkinder veranstaltet. Auch ein spezieller Tag im Jahr wird gefeiert, bei dem der bereits Verstorbenen durch brennende Kerzen gedacht wird.
In Tansania gibt es in 289 Krankenhäusern die Möglichkeit, einen Aids-Test zu machen. Früher gab es landesweit nur zwei!
Doch es haben nur 96 Krankenhäuser
die Möglichkeit, Medikamente zu verteilen. Auf 500.000 Infizierte kommen im Schnitt 40.000 freie Medikamente.
Eine Folge dieses Mangels sind die hohen Zahlen der Waisenkinder. So leben in den Dörfern 11 bis 12% als Waisen. In den Städten sind es 14%.
Die Organisation hofft, dass es bald mehr freie Medikamente gibt und ihre Aufklärung Früchte trägt.
Auch in Deutschland ist AIDS nach wie vor ein Problem. Hier gibt es
rund 50.000 Erkrankte. Das Erschreckende ist jedoch, dass die Zahlen der Neuinfektionen wieder steigen. Parallel dazu sinken die Verwendungszahlen von Kondomen.
 
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