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Text von Donnerstag, 2. Februar 2006

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 Auf Eclipse gebaut: Preis für Marburger Informatiker 
 Marburg * (fjh/pm)
Den IBM-Eclipse-Innovation-Award hat Prof. Dr. Bernd Freisleben vom Fachbereich Mathematik und Informatik der Philipps-Universität erhalten. Das hat die Universitätsleitung am Freitag (3. Februar) mitgeteilt.
Freisleben erhielt den Preis für das Jahr 2005. Der Computer-Konzern IBM fördert damit die Forschung an der Software-Entwicklungsumgebung "Eclipse" und die damit verbundene Lehre.
Eclipse ist ein Werkzeug, das die effizientere Entwicklung neuer Software unterstützt. Der "Open-Source"-Ansatz des nichtkommerziellen Produkts erlaubt es, dass Software-Entwickler weltweit zur Weiterentwicklung von Eclipse beitragen.
Der weltweit vergebene Award ging in diesem Jahr an sechs Preisträger in Deutschland und ist mit 10.000 bis 30.000 US-Dollar dotiert. Die Preisübergabe an Freisleben, der 23.500 Euro erhielt, fand bereits am Dienstag (10. Januar) in der IBM-Deutschland-Zentrale in Stuttgart statt. Erwin Jung von IBM Deutschland überreichte die Urkunde im Beisein von Freislebens Mitarbeitern Thomas Friese, Matthew Smith und Christian Schridde.
Ausgezeichnet wurden damit Freislebens Arbeiten zum Thema "Tools for Service-Oriented Ad Hoc Grid Computing". Diese in seiner Arbeitsgruppe entwickelten Software-Werkzeuge gestatten den spontanen Aufbau, die flexible Nutzung, die einfache Administration und die benutzerfreundliche Erstellung verteilter Anwendungs-Software innerhalb eines sogenannten "Grids". Darunter versteht man einen über das Internet kommunizierenden Rechnerverbund für verteiltes Rechnen, entfernten Datenzugriff und die kollaborative Nutzung von Software-Diensten. Grid Computing ermöglicht erhebliche Einsparungen an Rechenzeit und ist insbesondere für naturwissenschaftliche Anwender interessant, die rechenintensive Anwendungen wie Simulationen, Optimierungen oder Datenanalysen durchführen.
Bereits seit dem 1. September 2005 ist die Arbeitsgruppe von Freisleben auch an der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 18 Millionen Euro geförderten "D-Grid Initiative" zum Aufbau einer E-Science-Infrastruktur für Deutschland beteiligt. Die Initiative verfolgt die Vision einer neuen Qualität in der Bereitstellung einer digitalen vernetzten Infrastruktur für wissenschaftliches Arbeiten.
Derzeitige inhaltliche Schwerpunkte sind Hochenergiephysik, Astrophysik, Medizin und Lebenswissenschaften, Klimaforschung, Ingenieurwissenschaften sowie ein Grid- Infrastrukturprojekt. Koordinator der D-Grid Initiative ist Prof. Dr. Wolfgang Gentzsch. Er ist Direktor der US-Forschungseinrichtung MCNC in North Carolina.
Freisleben arbeitet an einem D-Grid-Teilprojekt namens IN-GRID, das eine Grid-Umgebung für ingenieurwissenschaftliche Anwendungen entwickelt. Diese Software soll die Modellierung, Simulation und Optimierung von Anwendungen aus der Gießereitechnik, Umformtechnik, Turbinen-Simulation sowie Strömungs- und Strukturmechanik erlauben. Innerhalb von IN-GRID sorgt die Arbeitsgruppe von Freisleben für die Bereitstellung ingenieurspezifischer Dienste wie Sicherheits- und Vertrauensmechanismen, Softwarelizenz-Verwaltung, Workflow-Unterstützung und Wissensmanagement.
 
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