Sie sind hier: marburgnews >
Heute ist Sonntag, 15. Dezember 2019

Text von Samstag, 2. Dezember 2006

> s o z i a l e s<
  
 Aus dem Rosengarten: Begegnung der Kulturen 
 Marburg * (sts)
Die Menschenkinder sind ja alle Geschwister", lautet der erste Vers des "Golistans". Dieser "Rosengarten" ist eine Gedichtsammlung des persischen Mystikers Saadi e Scherazi. Entstanden ist sie im 13. Jahrhundert, doch hat sie bis heute nichts von ihrer Wahrhaftigkeit verloren.
Der Vorsitzende des Marburger Ausländerbeirats Dr. Matin Baraki eröffnete am Freitag (1. Dezember) in der Stadthalle mit den Versen aus dem "Rosengarten" das Fest zur "Begegnung der Kulturen". Haupt-Organisatoren der Veranstaltung waren die beiden Praktikantinnen des Ausländerbeirats Sadik Özel und Carolin Friebe.
Nahezu alle Integration-fördernden Vereine und Initiativen der Stadt präsentierten sich mit einem Informationsstand und unterrichteten die mehreren hundert Besucher über ihre Arbeit. Im großen Saal wurde ein buntes Potpourri von zahlreichen Tanz- und Musik-Darbietungen, einer afrikanischen Modenschau und eine Koran-Rezitation geboten.
"Wir begrüßen die Aktivität des Ausländerbeirats in der Organisation eines gemeinsamen Fests aller Kulturen", sagte Bürgermeister Dr. Franz Kahleseinem Grußwort. Trotz einer integrationsfeindlichen Politik der Landesregierung werde die Stadt Marburgter die Initiativen vor Ort unterstützen und fördern, versprach Kahle weiter.
Dass die "Begegnung der Kulturen" dabei nicht nur im Bezug auf die deutsche Kultur, sondern auch unter den fremden Kulturen selbst zu sehen ist, wurde schon in Barakis Begrüßung deutlich. In sieben Sprachen begrüßte er die Besucher. Im Saal und im Foyer waren im Laufe des Abends bestimmt noch einmal genauso viele Sprachen zu hören.
Über sämtliche Verständigungs-Schwierigkeiten hinweg boten gerade Musik und Tanz eine gemeinsame Sprache aller Kulturen. Ob nun die Tanzgruppen des Deutsch-Osteuropäischen Integrationszentrums (DOIZ), die traditionellen afghanischen Sänger Salamat Schiftah und Berthold Campignies, die Trommler des "Kimba Djembe-Orchestra" oder die HipHopper der "Sound City Stadtallendorf" - die Freude und Leidenschaft für das künstlerische Tun war allen gleich anzumerken.
Und wie heißt es dazu passend in einer anderen Passage des "Rosengartens": "Der Mensch wird nicht edel durch das schöne Gewand. Ohne Seelenleben ist er bloß ein Gemälde an der Wand. Sein Geisteswesen ist das Zeichen, was ihn füllt mit Gehalt."
Insofern war die "Begegnung der Kulturen" eine äußerst gehaltvolle Veranstaltung.
 
 Ihr Kommentar 


Soziales-Archiv






© 2004 by fjh-Journalistenb?ro, D-35037 Marburg