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Text von Montag, 27. November 2006

> s o z i a l e s<
  
 Unerhört: BliStA-Schüler erhält Bambi 
 Marburg * (jeb)
Die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2006 war in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Da erhielten zum erstenmal Taubblinde in Deutschland täglich aktuelle Spielberichte in Brailleschrift. Geschrieben wurden diese Berichte normalerweise von Kevin Barth.
Der siebtklässler an der Carl-Strehl-Schule (CSS) der Deutschen Blindenstudienanstalt (BliStA) in Marburg schrieb diese Texte für die "Tagesnachrichten für Taubblinde". Sie werden jeden Werktag vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) in Berlin herausgegeben.
Für sein Engagement erhält der 13-jährige Bayern-München-Fan am Donnerstag (30. November) einen Charity-Bambi in der Kategorie "Stille Helden der WM".
"Ich konnte es gar nicht glauben", sagte Barth am Montag (27. November) während einer Pressekonferenz in der BliStA: "Ich schreibe ein paar Spielberichte und Kriege dafür einen Bambi!"
Schon seit der WM 2002 verfolgt Kevin die Bundesliga und die Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit großer Aufmerksamkeit. Er hat auch schon früher für eine Fußball-AG an seiner Schule Spielberichte von Bundesliga-Spielen verfasst.
Dabei behält er sich nicht nur die wichtigsten Fakten während des gesamten Spiels, sondern kommentiert das Spiel-Geschehen auch gern aus seiner persönlichen Sicht, was seine Berichte lebendig und interessant macht.
Sport und vor allem Fußball ist Kevins größtes Hobby. Darum hofft er auch, dass ihm der Bambi von einem Fußballspieler überreicht werden wird: "Am liebsten wäre mir Oli Kahn", sagte der künftige Preisträger, der später gern einmal Sport-Reporter werden möchte.
Dass Oli Kahn ihm allerdings den Preis überreichen wird, ist indess unwahrscheinlich. Kahn erhält nämlich selbst einen Bambi während der Veranstaltung, die am Donnerstagabend live in der ARD ab 20:15 Uhr übertragen wird.
Schirmherr des Charity-Bambi "Stille Helden der WM" ist übrigens der Herta-BSC-Spieler Arne Friedrich. So ist anzunehmen, dass er den Preis überreichen wird.
Barth kommentierte das nicht unkritisch: "Der hat genug Fehler während der WM gemacht. Jetzt muss er mal was gutes tun."
Aufgeregt ist Kevin Barth vor der Bambiverleihung übrigens nicht besonders. "Ich glaube aber, dass sich das noch ändert. So etwas erlebst du einmal im Leben, und dann nicht mehr!"
 
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