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Text von Freitag, 30. Juni 2006

> s o z i a l e s<
  
 Umsicht: Tagung zu sexueller Gewalt 
 Marburg * (fjh/pm)
Menschen mit geistiger Behinderung sind sexueller Gewalt oft schutzlos ausgeliefert. Eine Fachtagung der Lebenshilfe am Montag (3. Juli) und Dienstag (4. Juli) in Marburg vermittelt Präventions-Konzepte. Das hat die Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung (BVLH) am Freitag (30. Juni) angekündigt.
menschen mit geistiger Behinderung werden leichter Opfer von sexueller Gewalt als nicht behinderte Frauen und Männer, Mädchen und Jungen. Täter nutzen die Wehrlosigkeit geistig behinderter Menschen aus. Aufgrund ihrer eher eingeschränkten intellektuellen Fähigkeiten begreifen die Opfer häufig gar nicht, was ihnen da angetan wurde. Aber sie leiden darunter.
Kommt es doch zur Anzeige, wird den behinderten Menschen oft nicht geglaubt. Darauf macht die in Marburg ansässige Bundesvereinigung Lebenshilfe aufmerksam.
"Wir wollen mehr Licht in dieses Tabu-Thema bringen", sagte Christine Karches. Sie ist Leiterin des Fortbildungsinstituts der Lebenshilfe. Es veranstaltet die Fachtagung mit dem Titel "Sexuelle Übergriffe gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung".
Dazu reisen aus ganz Deutschland Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behindertenhilfe sowie Eltern behinderter Menschen nach Marburg. Den rund 40 Teilnehmern stehen als Experten die Niederländer Ellen Suykerbuyk und Erik Bosch zur Verfügung. Sie vermitteln spezielle, für geistig behinderte Menschen entwickelte Präventions-Konzepte: Was können Einrichtungen tun, um sexuellen Missbrauch zu verhindern? Außerdem soll es darum gehen, wie traumatisierten Opfern geholfen werden kann.
 
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