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Text von Freitag, 3. März 2006

> s o z i a l e s<
  
 Europäisch gleich: Frauen in die "harten" Bereiche 
 Marburg * (sts)
Schon vor den Kommunalwahlen am Sonntag (26. März) ist ein erster Antrag der noch regierenden Koalition von SPD und Grünen für die konstituierende Sitzung des neuen Stadtparlaments eingebracht worden. Darin wird der Magistrat aufgefordert sich für die Verlängerung des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes (HGlG) einzusetzen. Außerdem soll sich das Stadtparlament verpflichten, alle Gremien zur Hälfte mit Frauen zu besetzen.
Dr. Petra Baumann, Elke Siebler, Alev Laßmann, Marianne Wölk, Karin Brahms und Marlis Sewering-Wollanek stellten den Antrag am Donnerstag (2. März) vor.
Das HGlG ist am 21. Dezember 1993 in kraft getreten und läuft Ende 2006 aus. Ziel des Gesetzes ist es, den Anteil von Frauen und Männern in allen Verwaltungsebenen annähernd gleich zu gestalten.
Dieses Ziel sei bisher nicht erreicht: "In den Führungspositionen sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert", sagte Stadtverordnete Baumann. Mit einem Frauenanteil von 47 Prozent stehe das Stadtparlament hessenweit zwar an der Spitze, doch arbeiteten die Frauen hauptsächlich in den klassischen Politikfeldern Familie, Soziales und Kultur. In den "harten" Politikbereichen wie dem Haupt- und Finanzausschuss sowie den Aufsichtsräten der städtischen Gesellschaften seien Frauen nur unzureichend vertreten.
Die Antragsstellerinnen hoffen auch auf die Unterstützung der Frauen aus den anderen Fraktionen: "Der Antrag ist im Interesse aller Frauen und sollte auch parteiübergreifend Zustimmung finden", meinte Brahms.
Und was sagen die Männer dazu? "Die Regierungskoalition steht geschlossen hinter dem Antrag", erklärte Wölk. Innerhalb der SPD-Fraktion habe man aber einige Überzeugungsarbeit leisten müssen, räumte sie ein. Doch schließlich bieten sich auch den Männern einige Vorteile, sollte der Antrag eine Mehrheit finden.
Marlies Sewering-Wollanek, die Vorsitzende der Gleichstellungskommission, wünscht sich mehr Männer in ihrem Gremium: "Der Antrag garantiert den Männern hier schließlich auch eine 50-prozentige Quote.
 
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