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Text von Freitag, 24. März 2006

> s o z i a l e s<
  
 CG-Aktion: Studis zeigten OB die rote Karte 
 Marburg * (amd)
"Wir zeigen Ihnen die rote Karte!" Mit diesen Worten überreichten drei Vertreter des Collegium Gentium (CG) dem Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel am Freitag (24. März) das Ergebnis ihrer Rettungsaktion.
Das CG ist ein selbstverwaltetes Wohnheim für Studierende verschiedener Nationalitäten. Es wurde 1949 gegründet, um dem faschistischen Deutschland demokratisches Denken und Handeln näher zu bringen.
Am Freitagmittag verteilten Bewohner dieses Wohnheims auf dem Marktplatz Karten mit der Forderung an Vaupel, sich für die Erhaltung des CG einzusetzen. Der Oberbürgermeister ist zugleich auch Vorsitzender des Verwaltungsrates der Stiftung Collegium Gentium.
Die Karten-Rückseite sollte eine rote Karte symbolisieren.
Die Bürgerinnen und Bürger reagierten auf diese Kampagne sehr unterschiedlich. Es lässt sich jedoch sagen, dass der Großteil ihr positiv begegnete und bereitwillig eine Unterschrift abgab.
Nach Abschluss der Sammel-Aktion wurden die Karten dem Oberbürgermeister überreicht. Die Vertreter des CG forderten von Vaupel eine eindeutige öffentliche Stellungnahme sowie das Versprechen, sich für eine Ersatz-Unterkunft für die CG-Bewohner einzusetzen.
Vaupel war über die Karten empört: "Ich bin sehr sauer über diese Karte."
Es freue ihn zwar, dass er persönlich angesprochen werde. Allerdings stimmten seiner Ansicht nach die Vorwürfe nicht: "Ich habe mich innerhalb der letzten Wochen sehr für das Collegium Gentium eingesetzt."
Die hohen Sicherheitsbestimmungen des Brandschutzes sind das Problem. Die Zimmer des CG in der Gutenbergstraße 18 entsprechen nicht mehr dem Status für Wohngebäude. Vaupel erklärte: "Es ist ein Unterschied, ob ich ein Gebäude für Wohn- oder für Arbeitszwecke nutze."
Das sahen die CG-Vertreter ein. Daher müsse man sich nach einer anderen Unterkunft umsehen. Als mögliche Variante wurde das Gebäude der Kinderklinik genannt, da dieses Haus im Sommer 2006 frei werden soll. Von Seiten der Universität sei noch nichts Konkretes über die weitere Nutzung bekannt geworden, erläuterte der Oberbürgermeister.
"Ich kann Sie verstehen! Und ich verspreche jedem eine andere Wohnmöglichkeit", antwortete Vaupel.
Marc Kappler, ein Vertreter des CG, äußerte sich positiv über das Gespräch mit Vaupel. Allerdings wünsche er sich trotz allem noch eine öffentliche Stellungnahme, um damit der Philipps-Universität mehr Druck machen zu können.
 
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