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Text von Freitag, 13. Januar 2006

> s o z i a l e s<
  
 Ypsilanti in Marburg: SPD-Chefin will Familien fördern 
 Marburg * (sts)
"Ich bin froh, dass die Familienpolitik im Zentrum der politischen Diskussionen steht, denn dort gehört sie auch hin", meinte Andrea Ypsilanti. Die hessische SPD-Landesvorsitzende war am Donnerstag (12. Januar) einer Einladung der JuSo-Bezirksgruppe in das Hotel Waldecker Hof gefolgt. Als Einstimmung auf den Kommunalwahlkampf referierte sie zum Thema Familienpolitik.
"Familien brauchen Zeit, Geld und Infrastruktur", nannte Ypsilanti die drei Schlagworte ihrer Partei für familienfreundliche Politik. In puncto Zeit müsse eine Balance zwischen Erwerbsarbeit und Familie erreicht werden. In diesem Zusammenhang lobte sie ausdrücklich die Initiative "Allianz für Familien" der ehemaligen Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD).
"Die Einbindung der Unternehmen in die Familienpolitik ist ein wichtiger Schritt", erklärte Ypsilanti. Familienfreundliche Arbeitszeiten, entsprechende Teilzeitangebote, Betriebskindergärten oder die Vermittlung von Tagesmüttern seien wirksame Hilfen für arbeitende Eltern mit Kindern. Außerdem rechneten sich diese Maßnahmen auch betriebswirtschaftlich, da die Mitarbeiter motivierter und weniger krank seien.
In puncto Geld unterstrich Ypsilanti die "alte" Forderung der Sozialdemokraten nach Abschaffung der Kindergartengebühren: "Von den 13,4 Milliarden Euro für die Kindertageseinrichtungen in Deutschland tragen die Eltern lediglich 2,4 Milliarden. Langfristig sollte es möglich sein, auf diesen Beitrag gänzlich zu verzichten."
Zudem müsse mehr Geld in die Infrastruktur der Einrichtungen investiert werden: "Für den Bereich Familien geben wir bundesweit im Jahr 180 Milliarden Euro aus. Da sind wir in Europa an der Spitze. Die Betreuungseinrichtungen erhalten am wenigsten von diesem Geld und das ist falsch."
Besonders bitter sehe es immer noch mit Betreuungsangeboten für die Null- bis Dreijährigen aus. Hier sei noch viel Handlungsbedarf vorhanden. "Wir müssen eine Familien- und Bildungspolitik betreiben, in der das Kind im Mittelpunkt steht. Wir müssen Schwächen aussortieren und Stärken ausbauen. Wir können es uns nicht erlauben, auch nur auf ein ungefördertes Talent zu verzichten", machte Ypsilanti abschließend deutlich.
 
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