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Text von Donnerstag, 8. Juni 2006

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 Riesiger Ärger: Proteste auch während der WM 
 Marburg * (fjh/pm)
Verurteilt hat der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AstA) am Donnerstag (8. Juni) die Äußerungen der hessischen Polizeipräsidenten, in Zukunft "härter" gegen demonstrierende Studierende vorzugehen. Der Frankfurter Polizeipräsident Achim Thiel, sein Darmstädter Kollege Gosbert Dölger und der Gießener Polizeipräsident Manfred Schweizer hatten angekündigt, den Studierenden insbesondere während der Fußball-Weltmeisterschaft "nicht mehr die lange Leine zu lassen" und offensiv gegen Protestierende vorzugehen.
"Die Fußball-WM kann kein Grund sein, legitimen Protest gegen ungerechtfertigte Gesetze zu unterbinden," meinte der stellvertretende Marburger AStA-Vorsitzende Juko Marc Lucas. "Dass alle Polizeipräsidenten im gleichen Tenor reden, zeigt, dass der Innenminister offensichtlich Angst hat, dass die Welt mitbekommt, was in Hessen passiert."
"Wir werden auch während der WM weiter auf die Straße gehen, um für unser Recht zu kämpfen," ergänzte AStA-Vorsitzende Lena Behrendes. "Wenn die Politik um ihr Image fürchtet, sind wir auf dem richtigen Weg."
"Dass die Polizeiführung friedlichen Protest auch gewaltsam unterbinden will, zeigt, dass die politischen Argumente für Studiengebühren nicht ausreichen. Offensichtlich meint die Landesregierung, diese jetzt mit Gewalt durchsetzen zu müssen," mutmaßte die Finanzreferentin Melanie Micudaj. "Das sich die Proteste verschärfen, ist kein Wunder. Schließlich hat sich die Landesregierung bisher in keinster Weise bewegt."
Der AStA Marburg ruft alle Protestierenden dazu auf, sich von verbalen Druck der Polizeiführung nicht irritieren zu lassen. Friedlicher Protest- in welcher Weise auch immer - gegen Studiengebühren sei stets gerechtfertigt.
Darüber hinaus ruft der AStA Marburg die Polizei dazu auf, gegen die bisher friedlichen Proteste nicht gewaltsam vorzugehen. Die Studenten-Vertreter warnten vor einer Eskalation von Gewalt.
 
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