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Text von Donnerstag, 29. Juni 2006

> p o l i t i k<
  
 Erneuerung: Schröck bekam Bescheid 
 Marburg * (fjh/pm)
Einen Bewilligungsbescheid zur verstärkten Entwicklung des alten Ortskerns von Schröck hat Landrat Robert Fischbach am Mittwoch (28. Juni) an Bürgermeister Dr. Franz Kahle übergeben. Damit kann die Stadt Marburg ein zentrales Projekt der Dorfentwicklung von Schröck beginnen.
Die Vorarbeiten zu diesem Projekt hatten einen deutlichen Leerstand sowie Unter-Nutzung von Gebäuden im Ortskern ergeben. Circa 35 Gebäude oder Anbauten an Gebäude werden zurzeit nicht genutzt oder sind untergenutzt. Die Stadt Marburg, der Arbeitskreis Dorfentwicklung Schröck mit dem Ortsbeirat und Ortsvorsteher Harald Nahrgang sowie der Fachdienst Dorferneuerung des Landkreises Marburg-Biedenkopf haben ein starkes Interesse daran, die Ortsmitte auch für die Zukunft zu beleben.
"In Schröck werden neue Wege in der Dorfentwicklung gegangen", erläuterte Fischbach bei der Übergabe des Bescheids. "Dieses Projekt hat Pilot-Funktion und sollte auch für die weiteren Dorferneuerungs-Schwerpunkte des Landkreises beispielgebend werden."
Im ganzen Landkreis stehen alte Ortskerne vor einer Veränderung. "Der Strukturwandel in der Landschaft und die mit dem demografischen Wandel verbundenen Veränderungen werden gravierende Folgen für die zukünftige Entwicklung des ländlichen Raumes und für unsere Dörfer haben", ergänzte der Landrat.
Durch die fehlende landwirtschaftliche Produktion stehen nzwischen Stallungen und Scheunen leer oder werden nur noch als Lager- oder Garagen genutzt. Fehlende Perspektiven und - damit verbunden - die geringe Investitions-Bereitschaft für eine Unterhaltung oder Umnutzung durch die oft älteren Eigentümer geben die Gebäude zum Teil über kurz oder lang dem Verfall preis.
Die Wohn- und Lebensqualität im Ortskern sinkt damit. Das traditionelle Ortsbild und damit der Charakter des Dorfes können nach und nach verlorengehen. Die jüngere Bevölkerung hat
es in de vergangenen Jahren in Schröck wie auch in vielen anderen Dörfern verstärkt in die Neubaugebiete gezogen, so dass die Nachfrage nach Wohnraum im alten Ortskern derzeit gering ist.
Die Kosten der jetzt bewilligten Maßnahme betragen 34.800 Euro. Der Zuschuss aus dem Dorferneuerungs-Programm beläuft sich auf 24.360 Euro bei einer Förderquote von 70 Prozent. Die Eigenmittel der Stadt liegen bei 10.440 Euro.
Ziel der Dorfentwicklung in Schröck ist, die "Innenentwicklung vor der Außenentwicklung" zu fördern. Das Programm soll sich verstärkt um die Entwicklung im alten Ortskern und damit um die Erhaltung und Nutzung der historischen Bausubstanz bemühen und ein Diskussions- und Planungsverfahren entwickeln, wie leerstehende Gebäude und bebaubare Freiflächen im Dorf für attraktives und zeitgemäßes Wohnen genutzt werden können. Das Verfahren ist so angelegt, dass sich interessierte Eigentümer oder Bauherren freiwillig daran beteiligen können.
Mit der beabsichtigten Transparenz des Verfahrens und der breit angelegten Öffentlichkeitsarbeit soll für den Standort Schröck geworben werden. Das Interesse für die Wiederbelebung des Ortskerns soll geweckt werden. Außerdem soll ein "Wettbewerb zur Innenentwicklung" entstehen.
Die Vorarbeiten zeigen deutlich, dass die Bürger in Schröck dies als Chance für sich und ihr Dorf sehen. Zur Vermarktung der gefundenen Gebäude und Grundstücks-Angebote bedürfe es künftig zusätzlich eines professionellen Gebäudeleerstands- und Flächenmanagements sowie des Einbezugs der Finanzwirtschaft, meinte Fischbach.
Gesteuert und betreut wird das Projekt durch den Fachdienst Stadtplanung Marburg und dem Fachdienst Dorferneuerung des Landkreises. Das Beratungs- und Planungsbüro Kind und Rausch aus Fulda wird die Bearbeitung vor Ort durchführen.
 
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